Aus der Forstgeschichte



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Zinkernageldenkmal

Das Zinkernageldenkmal ist ein geschichtliches Zeugnis und touristischer Anlaufpunkt mitten im Wermsdorfer Wald.

Zinkernagel Ein Gedenkstein im Wermsdorfer Wald

Frisch restauriert.


Im vorigen Jahrhundert war im Wermsdorfer Wald ein Forstmann tätig der den Wald unserer näheren Heimat nachhaltig geprägt hat.Die Spuren seiner Tätigkeit sind, wie bei einem Forstmann eigentlich wünschenswert, noch nach mehr als 130 Jahren seit seinem Ausscheiden aus dem Dienst der königlich- sächsischen Forstverwaltung im Wald deutlich sichtbar.

Es ist auch kein purer Zufall, daß ihm zu Ehren in der Abteilung 37 des Revieres Hubertusburg inmitten eines von ihm 1850 angelegten Eichen- Bestandes ein Gedenkstein gesetzt wurde. Der Gedenkstein trägt auf der Vorderseite folgende

Inschrift:

"Dem treuen Pfleger des Waldes dem Begründer des Eichen-Anbaues im Wermsdorfer Forstrevier Oberforstmeister Ritter V. O. R. Zinkernagel 1841-18 67"

Auf der Rückseite des Steines sind folgende Worte eingemeißelt:

"von dem Forstpersonal im Forstbezirk Wermsdorf"

Bei der Restaurierung im Jahre 1991 wurde dann diesem Text noch hinzugefügt:

"Restauriert 1991"

Zinkernagel Gedenkstein in Wermsdorf

Für den heutigen Besucher des Waldes erhebt sich wohl die Frage: Wer war denn dieser treue Pfleger des Waldes und Begründer des Eichen-Anbaues?

Carl Heinrich Willhelm Zinkemagel wurde am 2. Oktober 1802 in Otterwisch als erstes Kind der Familie Theodor Imanuel Albert Zinkemagel und seiner Ehefrau Auguste Sophie geb . Kühn geboren, Der Vater von Karl Zinkernagel wird als Schwarzburg- Sondershausener Hofjäger und Oberförster bezeichnet und war am Rittergut Otterwisch tätig. Die Besitzerin von Otterwisch" Ihro Durchl. Prinzeß Charlotte von Schwarzburg- Sondershausen. " war dann auch eine der Taufpatinnen von Carl Zinkemagel. Man kann daraus schließen, daß der Vater von Carl Zinkernagel als Oberförster am Rittergut Otterwisch eine hervorgehobene Position inne hatte. Nach dem Besuch der Schule trat er in die Fußstapfen seines Vaters. Ob er eine praktische forstliche Lehre absolviert hat, ist nicht überliefert. Nachgewiesen ist, daß Carl H. W. Zinkemagel vom Frühjahr 1822 bis Ostern 1824 an der königlich- sächsischen Forstakademie in Tharandt studierte. Akademiedirektor war zu dieser Zeit und damit einer seiner direkten Lehrer, Heinrich Cotta, der Begründer der modernen Forstwirtschaft in Sachsen und Gründer der Forstakadenüe.

Ab Ostern 1824 arbeitete er dann an der königlich- sächsischen Forstvermessungsanstalt Tharandt zuerst als Vermessungsgehilfe. Im Jahre 1837 ist er dann im Staatshandbuch des Königreiches Sachsen als 4. Forstconducteur und 1841 als 1. Forstconducteur eingetragen. Im Jahre 1834 war Carl Zinkemagel maßgeblich an der Vermessung und Taxation des Wermsdorfer Waldes beteiligt. Die noch heute bestehende Waldeinteilung in Abteilungen von ca. 20 Hektar Wirtschaftsfläche geht auf einen Vorschlag von ihm zurück. Er hatte erkannt, daß bei der Beibehaltung der von der Vermessung 1740/41 stammenden Abteilungsflächen von 40 Hektar die Umwandlung in Nadelholz- Bestockung nicht in der vorgesehenen Zeit von 40 Jahren möglich sein wird. Es waren einfach zuwenig Schneisen für die Anhiebe vorhanden. Nach langen Verhandlungen zwischen der Forstvermessungsanstalt und dem Finanzministerium stimmte letzteres dem Vorschlage Carl Zinkemagels zu.

Zu Beginn des Jahres 1841 wurde in der Oberforstmeisterei Wermsdorf die Stelle des

Revierförsters im Revier Wermsdorf "vacant". Zinkemagel bewarb sich um die Stelle im

Februar 1841 und konnte sie am 1. Juni des gleichen Jahres antreten.

Seine in Revisionsprotokollen mehrfach als vorbildlich geschilderte Dienstauffassung und die sich bald einstellenden Erfolge bei der Rekultivierung der durch Streu- und Weidenutzung sowie Kriegskontributionen stark in Mitleidenschaft gezogenen Waldbestände des Revieres, fuhrten bald zur Ernennung zum Oberförster (17.2.1852) und zum Forstinspektor (1853). Als letzterer war er der ständige Stellvertreter des Oberforstmeisters vom Forstbezirk Wermsdorf.. Aber auch über das Revier Wermsdorf hinaus war Carl Zinkernagel in der Staatsforstverwaltung tätig. Die Verordnung des sächsischen Finanzministeriums vom 27. November 1851 benennt für die selbständige Commission für Staatsforstdienstprüfungen folgenden Personenkreis:

" Wirkliche Mitglieder:

Oberforstm. Frhrn.- von Manteuffel
Direktor der Forstakademie Oberforstrath Frhrn. v. Berg
Direktor der Forstvermessungsanstalt Kühn
Prof Dr. Stein
Forstinspektor Zinkernagel

Im Jahre 1854 wurde dann Carl Zinkernagel zum Revierverwalter des neu gebildeten Revieres Wermsdorf (Forstamtes) berufen. Dazu gehörten die eingezogenen Reviere Mügeln und Collm. Doch schon ein Jahr später betraute ihn das königlich-sächsiche Finanzministerium mit der interimistischen Leitung der Oberforstmeisterei Wermsdorf, da der Oberforstmeister von Hopfgarten wegen Krankheit beurlaubt und ab 1. Juni 1856 auf ein Jahr auf Wartegeld gesetzt wurde. Ein reichliches Jahr später, also am 1. Juli 1857 erhielt Carl H. W. Zinkernagel die Ernennung zum Oberforstmeister. Er leitete die Oberforstmeisterei Wermsdorf bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1867. Er lebte auch weiterhin in Wermsdorf und ist hier am 9. Februar 1887 verstorben. Carl Zinkernagel wurde auf dem Friedhofe zu Wermsdorf beigesetzt. Als Art des Begräbnisses ist " Mit Standrede " im Kirchenbuch von Wermsdorf eingetragen. Carl H. W. Zinkemagel war unverheiratet und hinterließ vermutlich keine Nachkommen.

Aber nicht nur als Forstmann hat sich Carl Zinkernagel in der Region Wermsdorf Verdienste erworben. Auch zum Wohle der Gemeinde Werinsdorf und seiner Einwohner hat er als Nütbegründer der Glöckner- Stiftung segensreich gewirkt.

Über seine Wohnung in Wermsdorf ist nur soviel bekannt, daß er von 1841 bis 1844 im alten Schuhmachergebäude zu Hubertusburg gewohnt hat. Im Jahre 1844 hat er dann Wohnung im neuerbauten Forsthause zu Hubertusburg bezogen. Belegt ist dieses durch eine Protokollnotiz im Revisionsprotokoll vom 30. November 1844. Dort heißt es:

"Zur besseren Freistellung des neuerbauten Forsthauses bei Hubertusburg ist ein Streifen von dem angrenzenden Wald iangs der Straße von ungefähr 2 Ar in angemessener Arrondierung abzuholzen und mag diese Fläche dem Revierförster Zinkernagel unter entsprechenden Bedingungen in Pacht überlassen werden, worüber näher zu berichten ist.

(Das Kürzel "Ar" bezeichnet das Flächemnaß "Acker" = 0,5534 ha).

Dieses Forsthaus wurde später etwa 1861/62, zur Blindenanstalt umgebaut. Es handelt sich um das heutige Gebäude Nr. 46 der Hubertusburg und dient heute als Wohnhaus. Zinkemagel dürfte etwa bis 1857 in diesem Hause gelebt haben. Welche Wohnungen er als Oberforstmeister und später als Pensionär bewohnt hat, konnte noch nicht ernüttelt werden. Für seine vorzügliche Dienstdurchführung und seine Erfolge bei der Realisierung des Planes zur Umwandlung der Waldbestände im Forstbezirk Wermsdorf wurde Carl Zinkernagel mit hohen Auszeichnungen geehrt, wie z.B. dem Königlich- Sächsischen Verdienstorden - Ritter (V. o. R.)

Liebe Leser, Sie sehen, ein Gedenkstein kann viel erzählen. bearbeitet von Helmut Striegler
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