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Arnimstein

Der Arnimstein hat eine geheimnisvolle Geschichte.

Der Arnimstein Reaktionen nach dem Jagdunfall zur Hofjagd 1908

Alte Postkarte


Wenn auch der Hergang des tödlich endenden Jagdunfalles auf der königlichen Hofjagd auf Wermsdorfer Revier weitgehend im geheimnisvollen Dunkel blieb, so gab es doch als Folge dieses Unfalles auf Veranlassung seiner Majestät des Königs verschiedene Aktivitäten der Königlichen Ministerien und Ämter.

Als erstes wurden Maßnahmen zur Vorsorge bei künftigen königlichen Treibjagden veranlaßt. Die Schilderung der medizinischen Versorgung des Verletzten und dessen Transport nach Wermsdorf und weiter nach dem Bahnhof Dahlen lassen den Schluß zu, daß das Hofjagdamt als Organisator der Hofjagden von diesem Vorfall völlig überrascht wurde und keine Maßnahmen für den Fall eines Unfalles bei Hofjagden festgelegt waren. Dieses wurde aber nun gründlich nachgeholt. Mit Schreiben vom 11.12.1908 überreicht das Königliche Hofjagdamt den Entwurf einer „Bestimmung über die von Seiner Majestät dem König befohlene Anwesenheit eines Arztes bei königlichen Treibjagden“.

Arnim Denkstein in Wermsdorf

In diesem Entwurf sind in sechs Abschnitten alle Einzelheiten zur Anwesenheit des Königlichen Leibarztes bei Treibjagden geregelt. So z.B., daß der Arzt in Zivilkleidung zu erscheinen hat und kein Gewehr mitführen darf. Statt dessen hat er sich darum zu kümmern, daß die anzuschaffende Feldtrage auf einem Jagdwagen mit geführt und am Stelldichein einem vorbestimmten Träger übergeben wird. Dieser hat sie dann von Treiben zu Treiben weiter zu tragen. Der Leibarzt hatte den Ankauf eines Schweizer Modells zu einem Preis von etwa 100 Mark empfohlen. Auch der Ersatz der dem diensthabenden Arzt entstehenden Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Mobilität ist genau geregelt. Mit Schreiben vom 30.12.08 wird der eingereichte Entwurf der Bestimmungen genehmigt und das Hofjagdamt verpflichtet, künftig danach zu verfahren. Das Hofzahlamt erhält die Anweisung die Rechnung für die Feldtrage zu bezahlen.

Die zweite Aktivität des Hofjagdamtes wird ebenfalls von einem Befehl des Königs initiiert. Unter dem 21.September 1909 berichtet das Hofjagdamt an das „Hohe Ministerium des Königlichen Hauses“, daß seine Majestät der König anläßlich des Unfalles des Kammerherrn von Arnim seinerzeit befohlen habe, an dieser Stelle zum Gedächtnis einen einfachen Gedenkstein zu setzen. Das Amt hatte nun eine Zeichnung und einen Kostenanschlag erarbeitet. Es war vorgesehen, den Stein aus rotem Meißner Granit anfertigen zu lassen. Die Herstellungskosten dafür würden 170 Mark und 50 Pfennig betragen. Die Kosten für den Transport des Steines vom Bahnhof Wermsdorf nach der Unfallstelle und das Setzen des Steines sind noch hinzuzurechnen. Sie dürften nach Schätzung des Hofbaurates Fröhlich die 40 Mark nicht überschreiten. Abschließend bittet der Chef des Hofjagdamtes, Freiherr Von dem Bussche, um Genehmigung zur Ausführung des Steines und der Bezahlung der Kosten aus den Finanzmitteln seines Amtes.

Das Ministerium des Könglichen Hauses zögert nun nicht lange. Unter dem 25. September 1909 teilt es dem Hofjagdamt mit, daß der König Allergnädigst geruht habe, den Gedenkstein zu genehmigen. Gleichzeitig wird der Übernahme der Kosten durch das Hofjagdamt zugestimmt. Der Kostenanschlag und die Zeichnung gehen ebenfalls an das Hofjagdamt zurück. Leider sind letztere wohl nicht archiviert worden. Man kann nun annehmen, daß wohl spätestens im Frühjahr 1910 der Gedenkstein an eingangs erwähnter Stelle im Wermsdorfer Forstrevier gesetzt wurde. Wie ging es mit dem Gedenkstein weiter. Das Ende des II. Weltkrieges und die Besetzung des Wermsdorfer Waldes durch die Sowjetarmee hatte der Stein ohne Schaden überstanden. In den ersten Jahren der DDR wurde er dann in der Art der Bilderstürmer von Schüler der FDJ – Bezirksjugendschule Mutzschen umgestürzt. Genau konnte diese Untat noch nicht datiert werden, dürfte sich aber in den Jahren 1952 bis 1954 ereignet haben. So lag der Stein nun 30 Jahre mit der Schriftseite nach unten im Walde. Glücklicherweise wurde der Stein beim Umstürzen nicht beschädigt und auch die Schrift ist auf dem Meißner Granit wohl erhalten. Im Jahr 1984 nutzte dann der damalige Leiter des Forstrevieres Horstsee, Revierförster W. Unger die Gelegenheit und ließ von Waldarbeitern und Arbeitskräften der LPG „Rotes Banner“ Mutzschen unter Nutzung des LPG-eigenen Hebezeuges den Stein wieder aufrichten. Seit dieser Zeit erinnert der Arnimstein wieder an den schweren Jagdunfall im Wermsdorfer Wald.

H. Striegler
Wermsdorf

Bild: Der Arnimstein etwa im Jahr 1910

Als „Stelldichein“ bezeichnete man den Sammelplatz der Jagdgesellschaft vor dem Beginn der Jagd
Wermsdorf




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