Text: Frank Ringleb/Riesa
Mit der Posttaxordnung von 1840 wurde die sogenannte kleine Meile im Königreich Sachsen eingeführt. Sie entsprach einer Länge von 7,5 km. Erst ab 1858 erfolgte dann die Vermessung der Poststrassen und die Aufstellung der neuen königlich sächsischen Meilensteine. Im Wermsdorfer Umfeld wurden die Postkurse zwischen Juni und August 1859 vom Straßen Condukteur Wilke vermessen. Diese Steine wurden alle in der Werkstatt des Steinmetzmeisters Uhlmann in Dresden gefertigt. Sie hatten in der Regel auf den Spiegelseiten gusseiserne Kronen, die sandsteinfarben anzustreichen waren. Die Schrift war eingehauen und schwarz ausgelegt. Die ermittelten Meilen dienten zur Berechnung des Personenentgeldes bei der Postbeförderung. Mit Einführung des Urmeters 1873 in Deutschland endete die funktionale Bedeutung dieser Meilensteine.
Folgende Arten von Meilensteinen gelangten zur Aufstellung:
* Stationssteine, sie standen am Anfangs- oder Endpunkt eines oder mehrerer Postkurse und waren ein oder mehrseitig mit den an den Kursen liegenden Poststationsorten und deren Entfernung in Meilen beschriftet. Der Umfang der Inschriften bestimmte die Größe des Stationssteines. Stationssteine hatten 2, 3 oder 4 beschriftete Spiegel. Sie trugen auf jedem Spiegel eine große Krone.
* Ganzmeilensteine standen im Abstand von jeweils einer Meile vom Ausgangspunkt der Vermessung und trugen die Inschriften der Poststationen mit Meilenangaben bis zum Endpunkt des Postkurses. In umgekehrter Richtung trugen sie die Vermessung vom Endpunkt des Kurses zum Ausgangspunkt. Die Größe eines Ganzmeilensteines wurde vom Umfang seiner Inschriften bestimmt. Ganzmeilensteine hatten in der Regel 2 Spiegel; in Ausnahmefällen auch 4. Sie trugen auf jedem Spiegel eine mittlere Krone.
* Halbmeilensteine standen immer zwischen den Ganzmeilensteinen, trugen keine Inschriften und hatten eine kleine Krone. Sie hatten in der Regel eine Höhe von 53 cm (ohne Sockel).
* Abzweigsteine standen an Straßenabzweigungen, an denen laut Vermess-ung kein Meilenstein vorgesehen war. Auf der Vorderseite in Richtung Abzweig standen der oder die Namen der nächsten Poststation ohne Entfernungsangabe. Abzweigsteine gab es auch mit 3 oder 4 Spiegeln und mit eingehauenen Richtungspfeilen. Sie trugen immer mittlere Kronen.
* Grenzübergangssteine standen an den Grenzen des Königreichs Sachsen. Sie waren nur einseitig mit einer mittleren Krone und der Inschrift "Kgr. Sachsen" betitelt. Diese Beschriftung befand sich auf sächsischer Seite. Die Größe entsprach der eines Ganzmeilensteines.









