Die Wettiner bestimmten jahrhundertelang die sächsische und Wermsdorfer Geschichte



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Wettiner Wermsdorf

Die Wettiner bestimmten jahrhundertelang die sächsische und Wermsdorfer Geschichte.


Aus der Sammlung von Claus Wappler

Herr Claus Wappler aus Wermsdorf besitzt eine umfangreiche Sammlung alter Postkarten,
die er dankenswertwerweise der Website zur Verfügung stellt.

Burg Wettin und König Albert
Ansichtskarte 1898
Burg Wettin und König Albert
1913 Verlag Goethel
Albert- Denkmal Oschatz
1913 Verlag Goethel
Margarethe, Alix und Anna
Verlag Schelzel
Prinzessinnen 1915
Margarethe, Alix und Anna Verlag Schelzel
1913 Verlag C A Maschke
Königshaus Wettin
1913 Verlag C A Maschke
1898 Verlag Knauss
Königin Carola und König Albert
1898 Verlag Knauss
Schloss Wettin
Ansichtskarte 1898
Schloss Wettin

Das Wettiner-Relief an der Freitreppe am Oschatzer Rathaus

Werner Breitenborn Oschatz, 23. Februar 2009

Die Freitreppe am Oschatzer Rathaus – dort, wo jetzt der Aufgang zum Bürgerbüro ist - ziert auf der Seite zum Neumarkt den Aufgang ein interessantes Relief. Beim genaueren Hinsehen erweist sich dieses Relief sich als ein künstlerisch gestaltetes Stück Geschichte unseres Heimatlandes.Den Schlüssel für das Verständnis des gesamten Reliefs an der Freitreppe liefert das letzte Feld oben um die Ecke. Dort heißt es. „Mit Staatsunterstützung erneuert im Wettiner-Jubeljahre“. Damit ist das Jahr 1889 gemeint. In jenem Jahr feierte das Königreich Sachsen mit zahlreichen Veranstaltungen das 800jährige Jubiläum des Hauses Wettin, des Herrschergeschlechts, das praktisch seit dem Jahre 1089 im Gebiet unseres heutigen Sachsens die Herrschaft ausübte.

In jenem Jahre 1089 erhielt der Markgraf der Niederlausitz Heinrich I. von Eilenburg aus dem Haus Wettin vom deutschen Kaiser die Markgrafschaft Meißen zugesprochen. Das war der Beginn der Herrschaft des Fürstengeschlechts der Wettiner im Raum Sachsen- Thüringen. Die Wettiner regierten in Sachsen bis 1918. In der Revolution 1918, am 13. November, entsagte Sachsens letzter König Friedrich August III. dem Thron, was das Ende der Monarchie bedeutete. Mit immerhin 829 Jahren regierten die Wettiner so lange wie kein anderes deutsches Fürstengeschlecht.Ihre Spuren haben die Wettiner auch in unserer Region hinterlassen, vor allem im Raum Wermsdorf, der ohne das Wirken solcher Wettiner-Herrscher wie dem Kurfürsten August der Starken sicher nicht so bekannt geworden wäre. Die Einrichtung der Dahlener-Belgerner Heide und des Wermsdorfer Waldes als Jagdgebiete der sächsische Herrscher sind zum Beispiel weitere Zeugnisse des Wirkens der Wettiner in unserer Region.


Zu Gast beim Wermsdorfer Heimatverein
Werner Breitenborn
Zu Gast beim Wermsdorfer Heimatverein
Rathaus Oschatz
Die Freitreppe
Rathaus Oschatz
Rathaustreppe
Das Relief
Rathaustreppe
Grenzstein
Grenzstein im Wermsdorfer Wald
Grenzstein
Wettiner
König Albert und König Georg
Wettiner
Oschatz
Oschatzer Rathaus
Oschatz
Die Wettiner haben ihre Wurzeln in der Gegend von Halberstadt und Goslar. Seit dem 10. Jahrhundert sind sie im Gebiet nördlich von Halle im Raum Wettin-Löbejün-Brehna-Zörbig nachweisbar. Bei der Machtübernahme im Jahre 1089 umfasste die Mark Meißen ungefähr ein Gebiet, das sich im Süden vom Kamm des Erzgebirges bis in die Torgauer Region und von der Zschopau bis Kamenz. erstreckte .Der Grundstein für die Mark Meißen und damit für unsere heutiges Sachsen war im Jahre 928/929 durch König Heinrich I. mit der Gründung der Burg Meißen gelegt worden.

Nach der Übernahme der Herrschaft vergrößerten die Wettiner in den nächsten Jahrhunderten ihren Besitz zielstrebig und beträchtlich. Das wird auf ersten Tafeln sowie auf Tafel 9 des Oschatzer Reliefs sichtbar. So erwarben die Wettiner in der Gegend um Halle u.a. die Mark Landsberg und die Grafschaft Brehna. Im Gebiet des heutigen Südwest-Sachsens und Ostthüringens vergrößerten sie ihren Besitz um das Pleißner Land (Gebiet Zwickau), Altenburg, das Vogtland und um die Markgrafschaft Orlamünde (bei Saalfeld). Zu weiteren Gebieten, die damals zum wettinischen Herrschaftsbereich dazukamen, gehörten die Pfalzgrafschaft Sachsen (2 Gebiete um Sangerhausen bzw. um Freyburg, Goseck und Nebra, einem kleinen Ort, der in den vergangenen Jahren durch die Himmelsscheibe weltberühmt wurde) und – was besonders bedeutungsvoll war - um Thüringen einschließlich Coburg.. Außerdem erweiterten die Wettiner ihren Besitz um weitere Landstriche zwischen Harz und Oder bis vor die Tore Berlins, manche Besitzung wurde aber auch wieder verloren. Um das Jahr 1480 gehörte zu den wettinischen Landen ein Gebiet, das den größten Teil des heutigen Sachsens (ohne die Lausitz; sie kam erst 1635 zu Sachsen), Thüringens und des südlichen Sachsen-Anhalts umfasste. So ist auch die Tafel 4 zu verstehen, auf der Meißen als Stammland der Wettiner und Thüringen als wichtige Bestandteile des Wettiner-Reiches genannt sind.

Eine interessante Tafel ist das Relief auf Tafel 5. „Polen- Sachsen“ ist dort zu lesen. Im Jahre 1697 trat Kurfürst Friedrich August I. (Besser bekannt als August der Starke – der war nur Kurfürst von Sachsen, nie König von Sachsen) zum katholischen Glauben über. Dieser Übertritt war eine Voraussetzung, dass sich der sächsische Kurfürst August in Warschau zum König als August II. von Polen wählen lassen konnte. Die Verbindung mit Polen, das etwa zwanzigmal größer als Sachsen war, erwies sich für Sachsen als ein Geldfass ohne Boden und brachte dem Staat viele kriegerische Verwicklungen ein. Im Jahre 1765 verzichteten die Wettiner dann endgültig auf die polnische Königskrone.


Im Frühling
König Friedrich August mit seiner Familie
Landsberg
Polen
Schloss Goseck
Schloss Hubertusburg
Bemerkenswert an dem Relief ist, dass nur auf zwei Tafeln Persönlichkeiten abgebildet sind. Das sind die Tafeln 6 und 7 mit den Porträts des Herzogs Georg des Bärtigen (Tafel 6) und seiner Gemahlin Barbara (Tafel 7).Georg wirkte in einer Zeit, die für den Herrschaftsbereich der Wettiner von großer Tragweite war. In der Leipziger Teilung des Jahres 1485 - der folgenschwersten Fehlentscheidung der Wettiner - teilten die zwei Wettiner-Brüder Ernst und Albert Sachsen in zwei Herrschaftsbereiche auf, – in das Herrschaftsgebiet der Ernestiner (bis 1547 Kursachsen) und der Albertiner (bis 1547 Herzogtum Sachsen)
Georg, Chef des Herzogtums Sachsen, geboren 1471, gestorben 1539, regierte von 1500 bis zu seinem Tode im Herzogtum Sachsen, dessen Hauptstadt Dresden war. Er erwarb sich große Verdienste in der Verwaltung des Landes, indem er die Einteilung in Kreise einführte und Amts-Erbbücher anlegen ließ; diese Maßnahmen dienten anderen deutschen Herrschern als Vorbild. Bewusst förderte Georg den Handel. Durch seinen persönlichen Einsatz wurde Leipzig zu einem bedeutenden Handelszentrum in Mitteldeutschland.

In Georgs Zeit fällt der Beginn und der Siegeszug der Reformation (1517 Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche Wittenberg – Beginn der Reformation). Im Widerspruch mit der Stimmung breiter Volksschichten hielt jedoch Georg an der alten Kirche fest und war ein Gegner Luthers und der Reformation.Und das hatte auch für unsere Region Konsequenzen. Während im Kurfürstentum Sachsen mit der Hauptstadt Torgau der Kurfürst Friedrich der Weise den lutherischen Glauben nach Kräften unterstützte und die Reformation einführte (u.a. 1519 in Wermsdorf), ließ Herzog Georg in seinem Herrschaftsbereich (zu dem auch Oschatz gehörte) die Anhänger des neuen Glaubens sogar verfolgen. Erst nach dem Tode Georgs wurde unter seinen Nachfolger Herzog Heinrich des Frommen in den Jahren1539-1540 die Reformation auch im Herzogtum Sachsen und damit im Amt Oschatz eingeführt.

Im Bauernkrieg besiegte im Jahre1525 ein Fürstenheer unter Herzog Georg, dem Landgrafen Philipp von Hessen und dem Herzog Heinrich von Braunschweig in der Schlacht bei Frankenhausen das Bauernheer unter Thomas Müntzer vernichtend
Die Gemahlin Georgs war die auf der Relieftafel 7 dargestellte Barbara, Tochter König Kasimirs IV. von Polen. Der Legende nach soll Georg nach dem Tode seiner Gemahlin sich den Bart hat wachsen lassen – daher sein Beiname „der Bärtige“. Sowohl Georg als auch seine Gemahlin wurden nach ihrem Tode in der Georgs-Kapelle des Meißner Doms beigesetzt.
Auf der letzten Tafel des Reliefs, der Tafel 9, ist auch das Wappen von Oschatz und die Jahreszahl 1538 zu sehen. Wahrscheinlich ist in dieser Jahreszahl der Baubeginn des Oschatzer Rathauses festgehalten. Im Jahre 1546 war der Bau des Rathauses dann vollendet. Jedoch bei den Stadtbränden 1616 und 1842 fiel das Rathaus den Flammen zum Opfer.


1538
Brehna
Renaissance-Freitreppe
Beorg der Bärtige und Frau
Thüringen
Wendelstein in Torgau
Wermsdorf




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