Einen besonderen Reiz verleihen die Teiche der Region rings um Wermsdorf.



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Teichwirtschaft

Einen besonderen Reiz verleihen die Teiche der Region rings um Wermsdorf.


Station Teichwirtschaft Mutzschen-Wermsdorf

Einen besonderen Reiz verleihen die Teiche der Region rings um Wermsdorf. Im 15. Jhr. wurden sie von den damaligen Gutsherren, den Starschedels von Mutzschen für die Karpfenzucht angelegt. Heinrich von Starschedel war lange Zeit im Schneeberg beim Silberabbau tätig gewesen .Während dieser Tätigkeit erlangte er Kenntnisse im Erd- und Wasserbau, welche ihn wohl dazu bewogen hatten, in das Gewinn versprechende Geschäft der Teichwirtschaft zu investieren. Die Errichtung einer Teichwirtschaft war zur damaligen Zeit ein sehr kostspieliges Unterfangen, so dass es sich nur vermögende adlige Gutsherren, Klöster oder Fürstenhäuser leisten konnten. Aber ein solches Unternehmen versprach in Zeiten der Renaissance, in denen durch den wirtschaftlichen Aufschwung auch das Bürgertum profitierte und zusehends wohlhabender wurde, gute Gewinne. Besonders Karpfen galt als Delikatesse und war somit auch der Hauptwirtschaftsfisch. Daneben waren weitere Fischarten Hecht, Karausche, Flussbarsch, Schleien und Zander. Die heutigen Waldteiche wie Zeisigteich, Kirchenteich und andere wurden in einer flachen Mulde angestaut. Bei den südlich von Wermsdorf gelegenen Teichen nutzten die Teichbaumeister für den Bau das vorhandene Relief des Geländes. In der breiten Niederung einer vermutlich nacheiszeitlichen Schmelzwasserrinne erstrecken sich heute Horstsee, Langer Rodaer See, Wiesenteich und Döllnitzsee. Zu einer ingenieurtechnischen Besonderheit wurde der Bau des bis dato größten Teiches, dem Horstsee. Zwischen zwei Dämmen, einem im Osten und einem im Westen befindet sich die Wasserscheide zwischen Elbe und Mulde. Diese wurde überstaut und somit kann der Horstsee in beide Flusssysteme entwässern. Fälschlicherweise werden die großen Gewässer als Seen bezeichnet werden, obwohl es sich dabei ebenfalls um Fischteiche handelt, die von Menschenhand erbaut wurden und wieder abgelassen werden können. Am 16. Februar 1577 ging die Teichwirtschaft von den Starschedels an Kurfürst August I. über, nachdem er 1565 bereits den Ort Wermsdorf erworben hatte .In den Jahren 1867-1874 sollten nach Anweisung des Fiskus alle Teiche nach und nach trockengelegt werden und je nach Bodenart in Acker oder Wiese umgewandelt werden. Grund dafür wird der wirtschaftliche Wandel gewesen sein, da zu jener Zeit die Teichwirtschaft gegenüber der Landwirtschaft nur noch einen geringen Ertrag erbrachte. Letztendlich wurden jedoch nur zehn Teiche umgewandelt, u. a. der Göttwitzsee und der Kuhteich.Mit der Eröffnung des legendären Freibades am Horstsee 1910 und der Eröffnung der Badeanstalt am Langen Rodaer See 1926 wurde die Region und der Ort Wermsdorf zu einem beliebten touristischen Ziel für zahlreiche Sommerfrischler aus den Städten Leipzig und Dresden.

DöllnitzseeFischerei in der VergangenheitHorstseeAbfischen 1915Alte KarteAbfischen 1959
Nach dem 2. Weltkrieg 1947 wurde auf den Göttwitzer Seewiesen Torf gestochen. Bald erfolgte der Abbau für die Brennstoffversorgung im großen Stil mit dem Einsatz von Loren. Die „Wermsdorfer Grilletten“ kamen auf den Markt. Als in den 50er Jahren wieder die Braunkohle als Brennstoff genutzt wurde, wurde der Torf aus Wermsdorf zum Düngen verwendet und mit der Kleinbahn bis nach Berlin und Pillnitz geliefert. 1959 wurde dieser Betrieb als der letzte seiner Art in Sachsen geschlossen. Zur Entlastung der angespannten Versorgungssituation der Nachkriegsjahre wurde von dem VEB Binnenfischerei Wermsdorf in den 60er Jahren die Entenfreiwassermast eingeführt. Auf dem wieder aufgestauten Göttwitzsee, dem Häuschen-, Zeisig- und dem Großteich Fremdiswalde wurden 4 Maststationen eingerichtet. Dies hatte neben der Verbesserung der Fleischversorgung für die Bevölkerung auch kurzfristig Vorteile für die Fischerei, denn die Enten „düngten“ das Wasser und sorgten so für eine höhere Fruchtbarkeit der Gewässer. Jedoch führte der hohe Geflügelbestand langfristig nicht nur zu einer Schließung der beliebten Badestrände, sondern auch zu einer Überdüngung der Teiche, weswegen das Entenkombinat 1975 eingestellt wurde. Mit dem Bau des Döllnitzsees in den Jahren 1981 bis 1984 wurde der größte und tiefste Teich der Teichwirtschaft Mutzschen-Wermsdorf mit einer Fläche von 86,7 ha angelegt. Die Entenhaltung, die Abwasserbelastung und die Intensivbewirtschaftung zu DDR-Zeiten führten zu einer Verringerung der Wasserqualität und damit auch zur Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt. Großer Wert wird heutzutage auf eine artgerechte und naturnahe Bewirtschaftung gelegt. Eine besondere Attraktion ist das alljährliche Horstseefischen im Oktober, welches eine lange Tradition (seit 1670) aufweisen kann. Es ist zu einem regelrechten Volksfest geworden und hat sich zum Anziehungspunkt für die Bevölkerung aus der näheren Umgebung entwickelt.Die Wermsdorfer Teiche sind heute ein bedeutendes Rast- und Nahrungsgebiet für zahlreiche Wasservogelarten, besonders für Zugvögel auf der Durchreise. Die Wermsdorfer Waldteichkette gehört zu einem der 270 FFH-Gebiete in Sachsen und das Wermsdorfer Teich- und Waldgebiet wurde zum Europäischen Vogelschutzgebiet (SPA) als Teil der NATURA 2000 erklärt.

HorstseebadVEB Binnenfischerei WermsdorfJäger und FischerhütteGemäldeTiefer TeichErinnerung

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