Der Lehrpfad durch Wermsdorf wurde 2012 erneuert.



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Lehrpfad neu Wermsdorf

Der Lehrpfad durch Wermsdorf wurde 2012 erneuert.

Alter Lehrpfad in neuem Gewand

Wermsdorf 2012
Seit vielen Jahren prägen die gelben Lehrpfadschilder das Antlitz von Wermsdorf. Aus einem Projekt der Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ entstand nach der Wende ein Lehrpfad, der Touristen aber auch Einheimischen Wermsdorf näher bringen soll. An dreizehn verschiedenen Standorten wurde in wenigen Worten Wermsdorf und seine steingewordene Geschichte erklärt. Leider hat die Sonne und auch mancher Chaot den Schildern so zugesetzt, dass eine Erneuerung unumgänglich war. Seit zwei Jahren wurden Texte neu verfasst, Standorte mit den Rechtsträgern abgeklärt und schließlich der Auftrag ausgelöst. Die Werbeagentur Langhammer aus Oschatz hat sehr gute Arbeit geleistet.
Wermsdorfer Zeitreise
Nun sind sie endlich da, die elf Neuen. Sie könnten sofort die alten ersetzen, doch die Schlosslinde hat erstmal Vorrang. Als kleiner Verein müssen wir uns auf ein Projekt konzentrieren. Im Frühjahr 2012 soll es dann aber so weit sein, der Lehrpfad wird mit einem Rundgang feierlich eingeweiht werden. Bis dahin wurden die Lehrpfadschilder im Collmboten vorgestellt.. Eine Neuerung sind aufgebrachte Bilder, da leider die historische Bausubstanz an einigen Stellen nicht mehr gerettet werden konnte.
Viel Spaß beim Lesen und später beim Erkunden.
Gundolf Schmidt
i. A. des Heimat- und Verschönerungsvereins Wermsdorf. E. V.
Texte: Heimatverein Wermsdorf
Fotos/Reproduktionen: C. E. Wappler

Altes Jagdschloß

Altes Jagdschloss Wermsdorf

Seit der Übernahme in kurfürstlichen Besitz im Jahre1565 nahm Wermsdorf eine besondere Entwicklung. Im Jahre 1609 erfolgte der erste Schlossbau auf dem Gelände des alten Rittergutes unter Kurfürst Christian II. Das Schloss von 1609 war sehr schlicht gehalten, deshalb erfolgte auf Befehl von Kurfürst Johann Georg I. von 1617-1626 der Umbau . Die Anlage des Schlosses erfolgte im Stile der deutschen Renaissance. Sehenswert ist die Bogenbrücke vor dem Eingangsportal, die darauf hinweist, dass es einst ein Wasserschloss war.Um 1900 residierte der damalige sächsische König Albert, wenn er der Jagd nachging, im „Alten Jagdschloss“. Von 1934-1945 befand sich hier die Sächsische Reit- und Fahrschule. Sehenswert ist das Gewölbe im Touristischen Begegnungszentrum .Im Seitenflügel ist das Historische Archiv des Heimatvereins Wermsdorf untergebracht. Die Schlosslinde ist über 130 Jahre alt.

Am Alten Jagdschloß

Am alten Jagdschloss Wermsdorf
Vor dem Eingang zum Alten Jagdschloss dominiert das König-Albert- Denkmal. Es wurde 1908 errichtet und zeigt den populären Monarchen als Jäger, so wie ihn die Wermsdorfer seinerzeit oft zu Gesicht bekamen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bronzeplastik aus ideologischen Gründen vom Sockel gestoßen und ging verloren. Die jetzige Statue ist eine Kopie und wurde 1998 auf Initiative des Heimatvereins und der Gemeinde aufgestellt. Vor dem Schlosspark befindet sich das so genannte Opfer des Faschismus-Denkmal. Es erinnert an die Todesmärsche von KZ-Häftlingen im Frühjahr 1945, die auch durch Wermsdorf führten. 11 Gefangene wurden hier begraben. Im nahen Schlosspark befindet sich eine Sammlung von Grenzsteinen aus dem Wermsdorfer Gebiet . An den Bögen der alten Brücke ins Jagdschloss erkennt man, dass es sich hier einst um ein Wasserschloss gehandelt hat. Nach 1989 wurde im Park die Partnerschaftseiche von den Gemeinden Wermsdorf und Gronau gepflanzt.

Alte Poststation

Alte Poststation
Dieser stattliche Barockbau war die Poststation,die auf Befehl August des Starken auf den Mauern
des früheren Jägerhofes errichtet worden ist. Fast ein Jahrhundert lang ging der gesamte Post- und Reiseverkehr von Dresden nach Leipzig über Wermsdorf. Damals mussten die Oschatzer ihre Post in Wermsdorf abholen.
Das Gebäude diente später öffentlichen Zwecken, z.B.: Oberforstmeisterei, Müttererholungsheim und Grundschule.
Rechterhand steht ein Königlich-Sächsischer Ganzmeilenstein.Links neben der Poststation befand sich bis 2009 das Königlich-Sächsische Forstamt Wermsdorf. Noch vorhanden ist das sehenswerte Wasserhaus aus dem 19.Jahrhundert.Im Haus Calbitzer Straße 1 befand sich die ehemalige Knabenschule aus dem Jahre 1768.

Rother Ochse

Rother Ochse
Früher stand an diesem Platz ein „Pferdegut“. Der Königliche Hofmetzger von Hubertusburg, Gottlieb Ruppert, kaufte 1738 das Anwesen. Er wandelte es in einen Gasthof um und nannte ihn „Zum Rothen Ochsen“ Im Jahre 1754 bekam das Gebäude ein „Gastierungs-, Ausspanne- und Beherbergungsrecht“. Feldherr Napoleon soll wenige Tage vor der Völkerschlacht von 1813 hier verweilt haben. Beliebtheit erfreute sich der mit Wermsdorfer Porphyr umsäumte Freisitz mit Blick auf das Schlosspanorama als Gaststätte. Im Jahr 1973/74 erwarb der Wermsdorfer Forstwirtschaftsbetrieb das Grundstück. Man beachte den gut erhaltenen Fachwerkbau und die große Toreinfahrt mit dem Schlussstein.

Reithalle

Reithalle
Die Planung erfolgte im Jahre 1932 und die Ausführung des imposanten Bauwerkes erfolgte unter Federführung von Baumeister Richard Liebers aus Wermsdorf. Der Natursteinsockel aus Platten des Wermsdorfer Steinbruches gibt in Verbindung mit der ungewöhnlichen Form der Dachstuhlgestaltung (Schweifbinderbohlen-Technik) der Reithalle ihr besonderes Aussehen. Nach Fertigstellung 1934 nutzte das Gebäude die im Alten Jagdschloss untergebrachte Sächsische Reit- und Fahrschule. 1945 löste sich die Reitschule auf. Danach wurden die dazugehörigen Pferdeställe vom Hengstdepot Moritzburg genutzt. Nach 1989 gründete sich ein Reit- und Fahrverein . Er führt die traditionellen Schleppjagden durch .Die Halle wird auch für therapeutisches Reiten genutzt. An die Reithalle grenzt der Schlosspark mit schönen Bäumen an.

Schule

Schule
Das Schulgebäude wurde 1871 eingeweiht und besaß zu dieser Zeit fünf Klassenzimmer und vier
Lehrerwohnungen. Errichtet wurde das Gebäude von der Wermsdorfer Baufirma Liebers. 1884 unterrichteten drei Lehrer 260 Schüler. Im Jahre 1972 wurde ein Seitenflügel angebaut. 2002 erfolgte die Erneuerung der Außenfassade. Das rote Backsteingebäude schräg gegenüber war lange Zeit Postamt und Außenstelle
der Mügelner Landbank. Das Nachbargebäude beherbergte die Buchdruckerei Busch. Hier wurde das
“ Wochen- und Anzeigeblatt Wermsdorf, Hubertusburg und Umgebung“ verlegt. Sehenswert sind weiterhin eine Villa im Jugendstil und das Haus der Möbeltischlerei Findeisen. Eine weitere kleine Villa im Jugendstil befindet sich in der Schulstraße. An deren Ende befindet sich auf dem Gelände der Hubertusburg das sogenannte „Benjamin-Haus“.

Schlossstraße

Schlossstraße
Als Kaiserliche Postanstalt wurde dieses Gebäude 1887 errichtet. Ab 1900 etablierte sich hier ein Katholisches Waisenheim. Später wurde es ein Heim für behinderte Kinder und Jugendliche. In den Jahren 1971 und 1972 erfolgte ein Ausbau des Bauwerkes. Danach diente es der Caritas als Heimstatt für förderungsfähige Mädchen im Alter von 8-25 Jahren, gleich welcher Religion. 1994 entstand gegenüber eine Behindertenwerkstatt. Die Schlossstraße hieß früher u.a. Palaisstraße und August Bebel-Straße. Charakteristisch ist die Lindenallee. Am Haus Schlossstraße Nr. 20 befindet sich eine sehenswerte Holzveranda aus der Zeit des Jugendstils. Gegenüber steht ein kleines schön anzusehendes Gärtnerhäuschen im Fachwerkstil. Lange Jahre wohnte in dieser Straße Nr 16 auch Rudolf Lehmann, ein verdienter Erforscher der Wermsdorfer Heimatgeschichte.

„Goldener Strauß“

Goldener Strauß
Der „Goldene Strauß“ aus dem Jahre 1742 war ehemals ein Hotel für die am Hofe beschäftigten Künstler. Gleichzeitig war er Hoflieferant für Schloss Hubertusburg. Der ursprünglich barocke Baustil kam nur noch in der reich verzierten Hausmarke zum Tragen. Hinter dem Gebäude hatte der Wurstfabrikant Gustav Nietzschmann seine Fabrikation. In der Fabrikantenvilla war lange Zeit der Dorfkindergarten untergebracht. 2009 wurde die gesamte Anlage abgerissen. In der „Kinogasse“ befand sich die ehemalige Turnhalle der Wermsdorfer Arbeitersportler. Nach 1933 war es Lichtspieltheater. In unmittelbarer Nähe Richtung Oschatz entstand seit den 60er Jahren ein Neubaugebiet als Arbeiterwohngemeinschaft (AWG). In der Gegenrichtung befinden sich noch zwei bemerkenswerte Häuser. Schön restauriert wurde das barocke Kavaliershaus. Gegenüber befand sich das ehemalige Cafè „Nussbaum“ mit Kegelbahn.

Clara-Zetkin-Straße

Richard Liebers Dampfsägewerk
Am Beginn der Hauptstraße befindet sich die Dorfschmiede Jacob. Auf dem kleinen Platz standen einst die Kriegerdenkmale 1870-71 und1914-18. Das wohl schönste Haus der Straße ist die ehemalige Schwanenapotheke mit seiner markanten Hausmarke. Das größte Haus (Sparkasse), gebaut 1837, beherbergte früher das renommierte Bekleidungsgeschäft C. E. Wappler. Auf der anderen Straßenseite fällt die ehemalige Dampfbäckerei und Konditorei Straube, heute Hubertusklause, mit seinem Art Deco - Schmuck auf. Liebevoll renoviert wurde der Klinkerbau im Stil der Gründerzeit schräg gegenüber. Auf dem Gelände des heutigen Supermarkts befand sich die Baufirma Richard Liebers. Ihr sind viele Gebäude in Wermsdorf zu verdanken. Sie verfügte über ein Dampfsägewerk. 1908 wurde hier der erste Strom für Wermsdorf erzeugt. Im Haus Nr.11 war Clara Zetkin als Kindermädchen angestellt.

Kirchplatz

Claus Wappler vor der Kirche
Der erste Bau der Kirche war eine Anlage aus dem 12. Jahrhundert. Die Apsis mit ihren romanischen Fenstern
ist ein schönes Detail. Um 1900 wurde die Kirche im Jugendstil umgestaltet. Besonders sehenswert ist der Sternenhimmel in der Apsis, der Altar und die Decke des Kirchenschiffs. Auf dem Kirchvorplatz befinden sich zwei historisch interessante Denkmale. Das Bismarck-Denkmal, gestiftet vom Männergesangsverein Liedertafel ,wurde 1896 geschaffen und wegen Straßenausbaus 1936 an seinen jetzigen Platz umgesetzt . An der Sakristei befindet sich das Grabmal der Förstersfrau Weisse mit ihren drei Kindern aus dem Jahre 1604. Dieser Stein ist das älteste Denkmal von Wermsdorf. Das Pfarrhaus wurde im Fachwerkstil erbaut, mehrere Male umgebaut und erhielt 1712 seine heutige Gestalt. Auf dem Pfarrhof befindet sich ein schönes altes Wasserhäuschen. Im Pfarrgarten erblühen im Frühjahr Tausende von Märzenbechern.

Hirschplatz

Hirschplatz
Der Hirschplatz diente in früheren Jahren als Dorf- und Festplatz. Um den Platz hatten traditionelle Gewerke ihren Sitz, wie z.B. die Bäckereien Pötzsch und Kurth. Der „Goldene Hirsch“ war eine Erbschänke, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Bemerkenswert sind Krüppelwalmdach und die goldene Hausmarke. Die erste Aral-Tankstelle auf dem Lande in Sachsen entstand neben dem Eingang zum Biergarten. In Schlossnähe befand sich die 1640 erbaute zweite alte Gaststätte die „Schloßschänke“ mit Fleischerei. Hinter der Bushaltestelle steht ein altes Chausseehaus, in dem bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Straßengebühr
für die Chaussee nach Luppa erhoben wurde.
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