Schloss Hubertusburg war ein glanzvoller Ort voller Kunst und Künstler.



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Kunst Schloss Hubertusburg

Schloss Hubertusburg war ein glanzvoller Ort voller Kunst und Künstler.


Graf Algarotti und Schloss Hubertusburg

Text Axel Küttner
Fotos und Repros: C. E. Wappler, Frank Straube, Gundolf Schmidt
An keinem deutschen Fürstenhof waren in der Mitte des 18. Jahrhunderts so viele Ausländer beschäftigt gewesen wie am kursächsischen Hof zu Dresden. Vor allem dominierten neben den Polen die Italiener, die hier als Musiker, Sänger, Maler, Bildhauer oder als Geistliche tätig waren.Besonders aber trat ein Italiener mit seinen Verdiensten hervor: Graf Francisco Algarotti. Geboren 1712 in Venedig, verstarb er 1764 in Pisa. Er war einer der wenigen weltgewandten Kavaliere des 18. Jahrhunderts, der ein kunst- und geschichtsbewanderter Philosoph, Diplomat und Hofmann war, der mit den Geistesgrößen seiner Zeit wie mit Voltaire korrespondierte und ständig zwischen London, St. Petersburg, Paris oder Venedig verkehrte. Besonderer Verdienst von Algarotti war es, die französische Aufklärung mit seinem Hauptwerk "Il Nowtonianismo per la dame" in Italien eingeführt zu haben. Er gehörte übrigens auch zu den Gästen von Friedrich II. von Preußen bei seinen Tafelrunden, wurde aber dort vielfach nur verächtlich als "unbeständiger leichter Schmetterling" oder "liebenswürdiger Plauderer" genannt.
1742 verließ er enttäuscht den preußischen Hof und ging für die nächsten Jahre bis 1747 nach Dresden. Hier besichtigte er zunächst neben der damals schon berühmten Skulpturensammlung vor allem die Gemäldegalerie. Von der Gemäldesammlung war er begeistert, erkannte aber sofort Lücken und das Fehlen von zeitgenössischer Malerei. Deshalb begann Algarotti nach einem Treffen mit König August III. (1733 bis 1763), an seiner Schrift "Progetto per ridurre a compimento il regio museo di Dresda" (Projekt zur Vollendung des königlichen Museums in Dresden) zu arbeiten. Es ist eine Denkschrift für ein Kunstmuseum in Dresden, die ein anderes System in die Sammlung bringen sollte und eine eigene Kunstbibliothek - eine Neuheit für Europa - beinhalten müsste. Außerdem forderte Algarotti eine Gründung einer "Akademie der schönen Künste" für Dresden. In Dresden begonnen, beendete Algarotti höchstwahrscheinlich seine Schrift auf Schloss Hubertusburg, da er hier seit September 1742 weilte.

800 Jahre Wermsdorf 2006Frieden zu Hubertusburg 1763Friedrich der Große war nie in Wermsdorf gewesen.Preußische Soldaten schon.Schloss HubertusburgIm Schatten liegt der Ort Wermsdorf.
Zum Geburtstag des Königs August III. am 7. Oktober 1741 überreichte er auf Schloss Hubertusburg seine Denkschrift als Geschenk. König August III. war begeistert und reichte diese als Befehl an Graf Heinrich von Brühl weiter.
Brühl war weniger erfreut und verzögerte aus finanziellen Gründen (Erster schlesischer Krieg) maßgeblich die Umsetzung dieser für die damalige Zeit außergewöhnlichen Schrift. Dass Graf Algarotti zu dieser Zeit bereits auf Schloss Hubertusburg und in Wermsdorf verweilte, hat auch einen anderen Hintergrund. Der junge, gut aussehende und erst 30-jährige Philosoph und Kunstgelehrte war mit der Inszenierung der Hasse-Oper "Didone abbandonata" im Hubertusburger Opernhaus betraut worden. Algarotti leitete die Inszenierung und die Ausstattung des mythologischen Sagenstoffes um die verlassene Königin Dido von Karthago und den Untergang der Stadt.
Vom neu erbauten Hubertusburger Hoftheater war Algarotti beeindruckt und inspiriert worden, denn noch Jahre später griff er die halbrunde, sich erhöhende Sitzanordnung des Zuschauerraumes für seine Schriften zur Opernreform wieder auf. Algarotti forderte bereits eine Umgestaltung der Oper nach dem Vorbild der griechischen Tragödie, die auch die Sitzanordnung des Publikums einbezog und erst teilweise später musikalisch unter Christoph Willibald Gluck vollzogen wurde.

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Die Oper "Didone abbandonata" mit der berühmten Mezzosopranistin Faustina Bordoni in der Titelpartie der "Dido" sowie mit den Kastraten Giovanni Bindi und Venturio Rocchetti wurde ein großer Erfolg. Allein zwölf Wiederholungen fanden noch im Herbst 1742 nach der festlichen Uraufführung am 7. Oktober 1742 im Hubertusburger Opernhaus statt.
Graf Algarotti dankte 1744 hierfür August III. in einem Gedicht, das er später innerhalb einer Widmungsvorrede überarbeitete und feierte diesen zugleich als einen Mäzen, der vor allem die italienische Kunst und die italienische Musik durch seinen Hofkapellmeister Johann Adolf Hasse förderte: "Du hörst die göttliche Musik Italiens/ihren Glanz durch das Wirken Hasses verbreiten/Hasse, der Liebling Euterpes, Apollos Liebling/der als Herr über die Bühne und Herr über die Herzen/die süßen Stürme der Affekte/bewegt und beruhigt mit einem einzigen Ton seiner Lyra/und der, als ein neuer Timotheus, ganz nach Belieben/Mitleid, Zorn oder Liebe dem Busen August einhaucht."und reiste 1743 im geheimen Auftrag nach Italien, um Gemälde für die Dresdener Sammlung zu erwerben.

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In Venedig stand Algarotti in freundschaftlichem Kontakt zu Giovanni Batista Tiepolo. Dieser vermittelte und beriet ihn für weitere Gemäldeaufkäufe für den kursächsischen Hof nach Dresden. Das großformatige Gemälde "Das Gastmahl der Kleopatra", ein Auftragswerk an Tiepolo, entstand unter merklicher Einflussnahme von Algarotti. Deutlich erkennbar an der Devotion der Königin Maria Josepha als Kleopatra in einem Kleid im sogenannten "Hubertusburger Gelb".
Präsentiert wurde es mit weiteren venezianischen Gemälden auf Schloss Hubertusburg. Auch hier hatte Graf Algarotti teilweise Einflussnahme auf die Innengestaltung von Schloss Hubertusburg. Denn ein großer Teil der Gemälde, die Algarotti für die Dresdener Sammlung erwarb, kamen nach Hubertusburg. 1744 wurde er vom König August III. zum "Geheimen Kriegsrat" ernannt. Algarotti ist darüber erzürnt, bringt es doch finanziell für ihn nichts ein. Er reist nochmals im sächsischen Auftrag nach Italien. 1747 verlässt Algarotti endgültig den kursächsischen Dienst und geht wieder nach Preußen. Die Hubertusburger Galerie, die er entscheidend mitgeprägt hatte, wurde wenige Jahrzehnte später ein Opfer der Plünderung durch preußische Truppen 1762 im Siebenjährigen Krieg. Dagegen wurden ein Teil seiner Gedanken mit der Staatsreform 1763 wieder aufgegriffen. So wurde in Dresden die Kunstakademie gegründet, die noch heute besteht. Doch da hatte Graf Algarotti bereits die Heimkehr in sein Vaterland nach Italien angetreten.

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