Die Jagd war der wichtigste Zweck für das Schloss Hubertusburg



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Jagd Schloss Hubertusburg

Die Jagd war der wichtigste Zweck für das Schloss Hubertusburg


Der Hubertusburger Jägerhof

Text: Axel Küttner Fotos und Repros:Gundolf Schmidt C.E. Wappler
Fürstliche Jagdleidenschaft im Spätbarock
Nachdem der Pazifikationsreichstag zu Warschau den sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. (1733 bis 1763) die allgemeine politische Anerkennung als polnischen König August III. einbrachte, hielt dieser sich ab 1736 wieder verstärkt in seinem „Kgl.-poln. und Churf.-sächs. Jagt-Palais St. Hubertusburg“ auf. Neben Abstechern im Frühjahr unter anderem zur Ostermesse in Leipzig, waren es vor allem der vierteljährliche Herbstaufenthalt und die damit verbundene Verlegung des ganzen Hofes nach Hubertusburg, die eine Umgestaltung der Schlossanlage nötig machten. Bei der Anwesenheit des Hofes fanden reguläre Alltagsgeschäfte wie Audienzen, Diplomatenempfänge oder Galatage statt. Aber vor allem war es die Jagd, die den Hubertusburger Alltag maßgeblich bestimmte. Durchschnittlich aller zwei Tage fanden im Herbst Klopf- und Streifjagden statt. Aber häufiger waren es Parforcejagden, eine zeremonielle Luxusjagd, die hier in der Umgebung der „Mutzschener Heyde“ zwischen Oschatz, Mutzschen und Dahlen abgehalten wurden. Ab 1736 setzten auch die Planungen und Baumaßnahmen unter dem Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel (1686 bis 1752) ein, die eine komplette Umgestaltung der Hubertusburger Schlossanlage in der Folgezeit mit sich brachten.
Mit dem Bau der beiden viertelkreisförmigen Rundflügel (1737/1738) sollte vor allem der schlichte, einfache und ländliche Charakter der Naumannschen Anlage verschwinden. So entstanden zwischen 1736 bis 1743 hinter den Rundflügeln gelegen und somit für den Hofstaat nicht sichtbar, eigene Komplexe mit Wirtschaftscharakter. Im nördlichen Teil befand sich der Wirtschafts- und Geschirrhof mit einem Wasserhaus, einem Waschhaus, einer Bauscheune – hier hatten unter anderem die Steinmetze und Bildhauer zu tun – sowie die Pagenställe und Wagenremisen. Der südliche Teil war dagegen der „Hubertusburger Parforcejagdequipage“ in den Jägerhöfen vorbehalten gewesen.

HerbstKönigliche ResidenzGrößtes Jagdschloss EuropasVier JahreszeitenSchloss HubertusburgFröhliches Jagdleben
Der südliche Vorhof, der so genannte „Deutsche Jägerhof“ mit dem „Bäckertor“, welches nach Reckwitz führte, entstammte noch aus der Zeit um 1727, als die beiden Nebengebäude der Naumannschen Schlossanlage zu H-Flügeln vergrößert wurden. Bereits zehn Jahre später wurde dieser Vorhof mit den vorhandenen Hundestallgebäuden umgebaut. Dabei wurden die Hundezwinger, die sich damals noch südlich und direkt am Naumannschen Hauptgebäude befanden, in den neuen Jägerhof verlegt. Zeitgleich erfolgte 1737 der Bau des neuen und vor allem größeren Jägerhofes, der den Namen „Französischer Jägerhof“ erhielt und sich damit vom älteren „Deutschen Jägerhof“ unterschied. Der „Französische Jägerhof“ schloss sich östlich des „Deutschen Jägerhofes“ an und bestand aus zwei parallel laufenden Reihen mit zweistöckigen Wohngebäuden für das Jagdpersonal und Gebäuden des Parforcemarschalls. Auf der Südseite des „Französischen Jägerhofes“ befanden sich die Stallungen und die Zwinger/Ausläufe für die „Königlich-polnische Meute im Churfürstentum Sachsen zu Hubertusburg“, die unter anderem aus Hirsch- und Sauhunden bestand. Des Weiteren befanden sich hier die Vorratskammern, die Sattelkammern und die Arbeitsräume wie des Jagdsattlers oder Jagdschneiders mit Gewandstube. Darüber befanden sich die Schlafkammern für die Hundeburschen und Reitknechte. Des Gleichen hatten auch der Jagdbäcker, der Rossarzt, der Wagenmeister, der Jagdschmied und die Piqueure hier ihre Dienst- und Wohnstätten, wenn diese sich nicht privat im Dorf Wermsdorf einmieteten.
Den östlichen Abschluss bildete das Wohnhaus des „Zahlmeisters für junge Hunde“. Die Baupläne dafür lieferte das Oberlandbauamt in Dresden unter Johann Christoph Knöffel.


Hubertusburger Intermezzo

Kulturgeschichte des Wermsdorfer Jagd- und Residenzschlosses in Kursachsen im 18. Jahrhundert
Der Ort Wermsdorf war über 450 Jahre eng mit den sächsischen Kurfürsten und Königen und deren Jagdleidenschaft verbunden gewesen. Absoluter Höhepunkt war um die Mitte des 18. Jahrhunderts, als auf Schloss Hubertusburg unter König August III. dem Prächtigen (1733 bis 1763) in einem bis dahin und danach in Sachsen nie wieder erreichten zeremoniellen Prunk die Jagd vollzogen wurde.„In Hubertusburg repräsentierte der König mit dem größten Aufwand und das Leben, das man in Hubertusburg führte, konnte wirklich köstlich genannt werden“, schrieb Stanislaw Poniatowski (1732 bis 1798) als Sekretär des englischen Gesandten hierzu in seinen Memoiren. Und dazu gehörten neben den Hofbällen und Theatervorstellungen vor allem die Parforcejagden. Die Jagden fanden in den Monaten März, April, Mai, Juni und im August, September, Oktober, November statt und dieses durchschnittlich zweimal wöchentlich. Bei der Parforcejagd wurde ein einzelner starker Hirsch durch eine Meute von 100 bis 160 Hunden und 20 bis 50 berittenen Jägern verfolgt, bis sich das völlig erschöpfte Tier stellte und der über Hornsignale herbeigeeilte König August III. oder einer seiner Ehrengäste anschließend mit dem Hirschfänger den Fang (Todesstoß) gab. Die Hälfte der Jagden endeten aber in einem der vielen Wermsdorfer Teiche – und der Hirsch wurde im Wasser mit einem Büchsenschuss erlegt.

GeweihsammlungAltes JagdschlossKönig AlbertKatholische HofkapelleSchloss Hubertusburg1840
Auch der Collm als markante Landerhebung des Oschatzer Landes wurde mit einbezogen. Bereits in der Fürstenbergischen Ära (1698 bis 1716) wurde an diesem 1710 durch den Oberlandbaumeister Karcher (1650 bis 1726) ein Jagdpavillon Halali erbaut. Dieser sechseckige Jagdpavillon mit separater Küche war Treffpunkt für die Jagdgesellschaft im Vorsommer oder an schönen Herbsttagen zum Frühstück und zur Mittagstafel im Freien. Bereits Tage vorher wurden für den Jagdtag hier Zelte aufgeschlagen, diese mit Tafeln und Stühlen ausgestattet und die Küche, Konditorei und Kellerei samt Personal aus Hubertusburg zum Hoflagerdienst vorausgeschickt. Am Jagdtag selbst setzte sich dann ein großer Aufzug – nicht nur zum St. Hubertustag am 3. November – von mehr als 100 Personen um 8 oder 9 Uhr in der Frühe vom Hubertusburger Schlosshof aus in Bewegung mit dem Ziel Jagdpavillon Halali. Hierzu erschien der gesamte teilnehmende Hofstaat in den Parforcejagd-Gala-Uniformen und die Damen im so genannten Amazonenhabit – den entsprechenden eleganten Reitkleidern. Mehr als 100 Handpferde waren mit in der Jagdparade zugegen, die der Parforcejagd-Hoffourier nach bestimmten Regeln geordnet hatte. Die Hofdamen begleiteten in wohl ausstaffierten leichten Jagdwagen und prunkvollen Kutschen den Auszug der Jagdparade mit. Nach gehaltenem Frühstück, das für etwa 80 bis 90 Personen serviert wurde, begann die Jagd, die die Damen in ihren Wagen zu verfolgen pflegten. Je nachdem, ob die Jagd kurz oder lang dauerte, wurde Mittagstafel gehalten, zu der die Jagdpfeiffer – eine spezielle Musikertruppe – die Hofgesellschaft unterwegs begleiteten und musikalisch unterhielten. Den höchsten Suiten wurden kostbare Speisen und Getränke gereicht, während sich die Parforcejagdequipage bei einfachen Getränken erfrischte.
Gewöhnlich erfolgte die Rückkehr zum Schloss Hubertusburg zwischen 16 und 17 Uhr. Dann begab sich der Hof in die Oper, und am Abend wurde große Tafel gehalten, bei welcher die Parforcehörner erklangen und zu den Gesundheiten Geschütze abgefeuert wurden. Oftmals fand nach der Tafel noch ein Hofball statt, an dem aber das Königspaar vielfach nicht teilnahm.

Wermsdorfer GeweiheSchloss HubertusburgNachnutzung als IrrenanstaltPferdeschwemmeMuseum HubertusburgSchlosspark Hubertusburg
Wermsdorf




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