Hintergründe zur Geschichte von Schloss Hubertusburg von Axel Küttner



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Hintergründe Schloss Hubertusburg

Hintergründe zur Geschichte von Schloss Hubertusburg von Axel Küttner


Zwischen Königswahl und Schlesischem Krieg

Schloss Hubertusburg in den ersten Regierungsjahren von August III. (Teil I)
Schloss Hubertusburg, 1721 bis 1724 als kurprinzliches Jagd-Palais errichtet, nahm in der Reihe der kursächsischen Jagd- und Landschlösser eine bedeutende Stellung ein. Doch mit dem Tod von August dem Starken am 1. Februar 1733 änderte sich auch das Leben auf Schloss Hubertusburg. Der Kurprinz verbrachte zusammen mit seiner Gemahlin, der österreichischen Erzherzogin Maria Josepha, gern viel Zeit hier. Als einzigster ehelicher Sohn August des Starken mit Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth wurde er durch den Tod des Vaters der neue Kurfürst Friedrich-August II. von Sachsen.
Die damit verbundene Übernahme der Regierungsgeschäfte ließen ihm vorübergehend weniger Zeit in seinem Lieblingsschloss verbringen. Der Kurprinz hatte neuen Pflichten und Aufgaben. Unter anderem musste er die Huldigung der sächsischen Stände und Städte wie in Bautzen oder in der Messe- und Universitätsstadt Leipzig entgegennehmen.
Erstmalig wurde der Kurfürst am 19. April 1733 auf Schloss Hubertusburg begrüßt und nahm die Gratulationen des Jagdpersonals, der Frei-Compagnie-Grenadiere und des übrigen Personals entgegen. Nochmals Ende Juli und Anfang August 1733 verbrachte er mehrere Tage auf Schloss Hubertusburg. Am 3. August 1733 wurde einmalig der sogenannte Augustustag, sein Namenstag, auf Schloss Hubertusburg feierlich begangen.

Axel Küttner aufSchloss HubertusburgGoldener HirschJagdschloss SchlosshofHauptgebäudeSchlossturm
Unter den Gratulanten, die sich damals auf Schloss Hubertusburg aufhielten, waren sein Halbbruder Friedrich August Graf von Cosel sowie der Graf von Moszinski. Im Anschluss wurden im Monat August noch einige Jagden abgehalten. Aber da August der Starke nicht nur Kurfürst von Sachsen war, sondern gleichzeitig König von Polen, war hier mit seinem Tod der Thron unbesetzt. Das Königreich Polen hatte im Gegensatz zum Kurfürstentum Sachsen keine Erbmonarchie, sondern eine Wahlmonarchie. Um die neuerliche Wahl des Königs von Polen bewarb sich auch der neue Kurfürst von Sachsen. Die Vorbereitungen für die Wahl in Warschau nahmen sehr viel Zeit und Geld in Anspruch, so dass 1733 kein Hubertusfest auf Schloss Hubertusburg stattfand.
Auch in den darauffolgenden Jahren erhielt Schloss Hubertusburg durch das Kurfürstenpaar nur flüchtige Besuche, meistens als Nachtquartier beim Besuch der Leipziger Messen. Als der polnische Erbfolgekrieg (1733 bis 1735) von Erfolg gekrönt war und der Pazifikationsreichstag zu Warschau 1736 die allgemeine politische Anerkennung des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. als polnischen König August III. vollzog, stärkte dieses ungemein seine Macht und Stellung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Und für 1736 ist in den Akten des Hofmarschallamtes eine "Königliche Reise von Dreßden nach Hubertusburg" vom 3. September bis 22. November verzeichnet. Erstmalig ist damit die Anwesenheit des gesamten Hofstaates auf Schloss Hubertusburg für mehrere Monate, wie dieser in der Folgezeit im Zwei-Jahres-Rhythmus für den Herbst beibehalten wurde, verbunden.

Barocker Garten war hier einst.Barockes LebenBarocke Plastik im OriginalBarockes JagdschlossBarocke PrachtBarocke Macht

Schloss Hubertusburg zwischen den Schlesischen Kriegen 1740 bis 1756

Salutschüsse beim Eintreffen des Königspaares / Teil I Von Axel Küttner
Wermsdorf. Die Regierungszeit von König August III. dem Prächtigen (1733 bis 1763) zählt zu einer der prunkvollsten und aufwendigsten Hofhaltungen des europäischen Rokokos. In einem zeitgenössischen Bericht über den Dresdener Hof steht dazu: "Der hiesige Hof vielleicht der glänzendste in Europa. Seine Tafeln, Jagden, Ställe usw. entsprachen vollkommen diesem Aufwand. Aus allen Ländern strömten Fremde hierher, um all die Herrlichkeiten mit zu genießen."
Neben dem älteren Schloss Moritzburg, dem Schoss Elsterwerda, zählte vor allem das neu errichtete Schloss Hubertusburg in Wermsdorf dazu. Mit größter Prachtentfaltung wurde hier im Wechsel mit Warschau der mehrwöchige Herbstaufenthalt des gesamten sächsisch-polnischen Hofes zelebriert. Die vielfältigsten Vorbereitungen dazu fanden bereits schon Monate vorher in Dresden und auf Schloss Hubertusburg statt. Der Hubertusburger "Palais-Inspecteur" (Schlossverwalter) Georg Samuel Goetze sowie auch der "Bettmeister des Königs" Georg Friedrich Kunze wurden durch reitende Boten des Oberhofmarschallamtes Dresden für die entsprechende Ankunft vorab informiert. Bei der Ankunft des Königspaares auf Schloss Hubertusburg standen die Hoftrompeter auf dem großen Schlosshof und an der Hubertusburger Allee, einer damals nach 1721 angelegten barocken Kastanienallee durch das Fasanenholz. Und es wurden Salutschüsse abgefeuert. Dazu bildeten die 240 Gardesoldaten der Hubertusburger Schlosswache in ihren gelb-roten Livreen und den hohen Bärenfellmützen ein prächtiges Ehrenspalier.
Der "Leibchaise" des Königspaares folgten im großen Tross weitere, meistens sechsspännige Kutschen mit Garderoben, Silber- und Kochgeschirr, Esswaren und Getränken sowie eine Vielzahl von Bediensteten wie unter anderem der Leibarzt, Perückenmacher, Stubenheizer, Schreiber, Kammerjäger, Küchenpersonal, Läufer, Stallburschen oder Jagd- und Silberpagen nach

800 Jahre WermsdorfBarocke PrachtFriedrich der Große war nie in WermsdorfPostkutschen aber schon.Soldaten waren zu oft in Wermsdorf.Festveranstaltung 2006
Diesen wurden die Quartiere - nach ihren speziellen Aufgabenfeldern in den Dachkammer und Stuben der verschiedenen Schlossflügel und Gebäude oder im Ort Wermsdorf geordnet - zugewiesen. So zum Beispiel bekamen die Stallburschen und Pferdeknechte ihre Quartiere im Bereich des Schmiede- und Stallhofes im nördlichen H-Flügel. Das Küchenpersonal, angefangen vom Küchenmeister bis hin zum Bratenwenderjungen, die Metzger oder Mundbäcker wurden 1737/1738 im vom "Deutschen Jägerhof" zum "Küchenhof" umgestalteten südlichen H-Flügel "einlogiret".
Der Umbau des "Deutschen Jägerhofes" zum "Küchenhof" mit einer eigenen "Königlichen Mund-Marschall-Tafel und Bey-Küche" war durch die Vergrößerung des Hofstaates nötig geworden. Dazu wurde nochmals im Jahre 1745 der Lust- und Küchengarten bis an den Weg, der Wermsdorf mit Mutzschen über den vorderen Horstseedamm verbindet, vergrößert. Die Besitzer der hierfür benötigten Wermsdorfer Grundstücke wurden mit entsprechenden Flächen im sogenannten Lindigt abgefunden. Im neu angelegten Küchengarten wurden Obst, Gemüse und Kräuter angebaut und geerntet, die für die Zubereitung der bei Hof beliebten Speisen wie Fisch, Wild und vor allem Fasan benötigt wurden. So unter anderem auch "Peter Silgen Wurtzel, Pastinak Wurtzeln, Sellery, Rothe Rieben, Sallat, Spargel, Schoden, Burcken, mehreres Kraudt, Kirschen und anderes Obst, Johannis- und Stachelbeeren".Bereits 1740 wurde auch das nur wenige Kilometer entfernte Rittergut in Mahlis von der Witwe des verstorbenen Christoph Heinrich von Felgenhauer durch König August III.

Fotos und Reproduktionen:
C.E.Wappler Gundolf Schmidt Thilo Blamberg

800 Jahre Wermsdorf 2006PostkarteSchloss Hubertusburg Blick vom SchlossturmHauptgebäudeWinter auf Schloss Hubertusburg
Wermsdorf




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