Das älteste Denkmal von Wermsdorf ist ein Grabstein von 1604.



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Grabstein 1604

Das älteste Denkmal von Wermsdorf ist ein Grabstein von 1604.


Grabmal 1604

Heinrich Weisse heiratete 1594 die 23-jährige Försterswitwe Dorothea Hoffmann aus Sachsendorf. Die Ehe stand wohl von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach dem bereits 1599 und 1601 zwei ihrer Kinder starben, wurde sie 1604 von einem toten Kind entbunden. Zwei Tage nach diesem Ereignis ereilte sie dann selbst der Tod. Sie wurde an der Südseite des Altarraumes unter dem heutigen Altarfenster unmittelbar an der Kirchenmauer beerdigt. Ihr Ehegatte lies ihr und den drei Kindern zu Ehren an dieser Stelle ein Grabmal errichten. Als Heinrich Weisse 1624 selbst verstarb, wurde er an gleicher Stelle neben seiner Frau beerdigt. Beim Umbau der Kirche wurde das Grabmal von diesem Standort entfernt und in die Mauer des Pfarrgartens eingesetzt. Obwohl das Denkmal schon arg verwittert ist, läßt sich noch erkennen, daß es eine etwa lebensgroße Frauenfigur mit Schleier, Schultertuch und Mantel darstellt. Die Hände sind im Gebet zum Himmel erhoben. Zu ihren Füßen knien vier Kinder. Die Figur ist von einer Inschrift umrahmt. Nach einer Veröffentlichung am Ende des 19. Jahrhunderts lautete sie:“ Anno 1604 den 14.Maj ist in Gott / seligklichen entschlaffen die erbare und tvgendtsame Fraw Thobot, / Herrn Heinrich Weissens Oberförsters zu Wermsdorf / eheliche Havsfraw ihres Alters 33 Jhar / lieged alhir begaben / der Gott genade.“ Leider ist die Inschrift heute nur noch in Bruchstücken zu lesen. Zu den Füßen der Kinder sind auf Inschrifttafeln die Sterbejahre der Kinder der Familie Weisse dargestellt. Die Inschriften sind leider auch weitgehend zerstört.

SpendenaufrufFrau WeiseGrabstein
Der Heimat- und Verschönerungsverein beabsichtigt, an diesem ältesten Grabstein in der Gemeinde Wermsdorf mindestens Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu lassen. Eine völlige Restaurierung scheitert an dem fortgeschrittenem Verfall. Der Verein legt besonderen Wert auf den Erhalt dieses Denkmals, da es im weiteren Sinne auch an den Oberförster Weisse erinnert, der in der 800jährigen Geschichte Wermsdorfs eine besondere Rolle spielte. Kurfürst August verpachtete die Ökonomie des von den Starschedels zu Mutzschen erworbene Vorwerk Wermsdorf als ganzes nacheinander an verschiedene Pächter. Seine Nachfolger, Christian I. und II. behielten diese Praxis bei. Eine Erweiterung der Einwohnerzahl von Wermsdorf und Vergrößerung der bestehenden Güter war dadurch stark eingeschränkt. Da der umgebende Wald ebenfalls kurfürstlicher Besitz war, konnte die Flächen- und Besitzentwicklung nur zu Lasten des noch vorhandenen gemeinsamen Grundbesitzes der Gemeinde vollzogen werden. Erst Kurfürst Johann Georg I. änderte diese Praxis und gestattete dem Oberförster Heinrich Weisse den Erwerb der Wermsdorfer Vorwerksfelder. Im zeitgenössischen Bericht des Amtes Mutzschen heißt es zu diesem Vorgang:“


Am 27.August 1617 wurden die Wermsdorfer Vorwerksfelder, Wiesen, Krautgärten und Gräsereien, in Felder samt der Ernte und Inventario um 2400 fl. (Thaler) erblich gelassen und zugeschlagen dem Oberförster Heinrich Weisse allhier, welcher sich verpflichtete das Kaufgeld in vier Raten bei halbjährlichen Terminen  600 fl. von Ostern 1618 an zu bezahlen und die rückständigen Raten mit 6 Prozent zu verzinsen.“ Im weiteren ist dann zu lesen, daß das Amt das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen des Käufers bis zur vollständigen Bezahlung als Pfand nimmt. Sein Vermögen scheint nicht unbedeutend gewesen sein, denn an anderer Stelle wird berichtet, daß er ständig 2 – 300 Schafe hielt und einen besonderen Schafstall gebaut hat. Heinrich Weisse zerlegte bald nach dem endgültigen Erwerb seinen Grundbesitz in viele Teilstücke und verkaufte sie. Besonders die an das Areal des Vorwerkes an grenzenden Kuhhäusler nutzten die günstige Gelegenheit, ihren sehr geringen Grundbesitz zu erweitern und so ihre Existenzbasis zu sichern. Sicher entstanden auch völlig neue Existenzen auf diesem Areal. Man kann im Rückblick mit Fug und Recht von dem Oberförster Heinrich Weisse sagen, daß er zu Beginn des 17.-Jahrhunderts der Gemeinde Wermsdorf zu einem bedeutenden Entwicklungsschub verhalf. Es steht zu hoffen, daß der Heimat und Verschönerungsverein Wermsdorf die für die Erhaltung des Denkmals notwendigen Geldmittel aufbringen kann.

Helmut Striegler Hoher Weg 1 A 04779 Wermsdorf

Foto: Gundolf Schmidt und C.E. Wappler Wermsdorf

Alter ZustandKinderWermstorf

Zustand bis 2009

Geht man auf dem Fußweg, der sich zwischen Kirche und Pfarrgrundstück durchschlängelt, von der Schloßstraße zur Clara-Zetkin-Straße, so entdeckt man rechter Hand einen in die Mauer des Pfarrgrundstückes eingelassen, Grabstein. Die aus Sandstein gefertigte Relieffigur ist durch die Zeitläufe schon arg in Mitleidenschaft gezogenen. Leider haben sich ebenfalls einige Zeitgenossen, denen auch ein Grabstein nicht heilig ist, mit der Spraydose daran versucht. Der alte Grabstein ist das Denkmal für die Frau des Oberförsters Weisse, zu der Zeit als Amtsoberförster in Wermsdorf tätig.

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