Das Alte Jagdschloss steht seit 400 Jahren an seinem Platz.



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Geschichte vom Jagdschloss

Das Jagdschloss Wermsdorf hat eine wechselvolle Geschichte.

Wermsdorf, du Perle des Oschatzer Niederlandes!

Postkarte von 1902
Rauschende Wälder, in Sonnenschein glitzernde Seen umrahmen dich. Über dir, auf sanft ansteigendem Hügel, grüßt die majestätische Hubertusburg, und unten im Tale träumt das alte Jagdschloß, so beschreibt Hugo Krämer 1926 Wermsdorf.

Einleitung

Bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts war Wermsdorf ein kleines Bauerndorf mit einem ritterlichen Vorwerk wie so viele andere Dörfer in unserer Heimat. Erst, als der Landesherr Kurfürst August I. wegen des großen Wildreichtums der umliegenden Wälder im Jahre 1565 Wermsdorf und Mahlis mit seinen Menschen und Fluren von dem Ritter Starschedel auf Mutzschen kauft, beginnt für Wermsdorf eine Entwicklung, aus der die heutige wirtschaftliche Struktur des Ortes zu verstehen ist.

Im Jahre 1574 wurde gegenüber vom Rittergut ein Jagdhaus gebaut und 1609 auf dem Rittergutsgelände ein Schlossbau errichtet. Kurfürst Johann Georg I. ließ diesen 1617 durch Baumeister Simon Hoffmann bis 1627 zu dem jetzt noch bestehenden Bau im Stile der deutschen Renaissance umgestalten. Dabei hatten die Bauern Frondienste zu leisten. Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges unterbrachen bis 1685 die eigentliche Zweckbestimmung als Jagdschloss. Erst gegen Ende des 17. Jh.s kamen die Kurfürsten hierher zur Jagd . Besonders Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke ) fand Gefallen an den für die Parforcejagd geeigneten Wäldern. Er übergab 1696 das Schloss seinem Statthalter Fürst Egon von Fürstenberg mit der Weisung, den Wald für die Hetzjagd nach französischem Vorbild einrichten zu lassen. So entstand nach und nach das für den Wermsdorfer Wald typische Wegenetz. Mit Fürstenberg entwickelte sich durch zahlreiche Besucher ein höfisches Leben im Schloss. Nach dessen Tod 1716 übernahm August der Starke das Schloss mit der gesamten Jagdeinrichtung, um sie für den Kurprinzen weiter ausbauen zu lassen. Von 1873 bis 1918 war das Schloss wieder Jagdsitz des sächsischen Königs. Gegenwärtig befinden sich darin das Gemeindeamt, ein Pferdestall und ein Archiv des Heimatvereins..

Der Anfang

Heutige Ansicht

Im Urkundenband des Landeshauptarchivs Dresden „ Die eigentümlichen Güter des Amtes Mutzschen in Wermsdorf betreffend“, wird 1523 das Schloss erwähnt, das die Herren von Starschedel, die ihren Stammsitz in Starsiedel bei Merseburg hatten und auch nach Mutzschen kamen, ein Schloss in Wermsdorf erbauten oder einen "wüsten" Sitz wiedererbauten.

Es stand auf dem jetzigen freien Hofteil, der sich zwischen der Kirche und dem Pferdestall erstreckt. Das Starschedelsche Schloss war etwa 22 bis 25 m lang 11 bis 13 m breit, hatte einen Vorbau und hinten wahrscheinlich ein Treppenhaus. Als das Schloss Hubertusburg errichtet wurde, brach man das wohl baufällig gewordene Gebäude 1721 ab.

Von einem Wassergraben und durch eine Mauer umgeben ,sicherte es das Schloss vor uner­wünschten Besucher . Noch heute lassen sich alte Brücken­bogen an der Ostseite des jetzigen Schlosses nachweisen.

Aus der Geschichte des Jagdschlosses Wermsdorf

1996
Doch bald erwies sich auch dieses Jagdhaus als zu klein , so dass Kurfürst Christian II. 1608 ein Jagdschloss errichten ließ.
Der Wermsdorfer Chronist Pfarrer Dr. Fritzsche ("Beiträge zur Ortsgeschichte von Wermsdorf" 1907), erzählt:

„Die Bauern mußten Frondienste leisten. Bauern aus dem Eilenburger Amte fuhren Ziegel von Trebsen und Püchau an und erhielten nur während der Ernte einen Urlaub von 14 Tagen. Am 3. Dezember 1610 wurde das neuerbaute Jagdschloss dem Bauherrn übergeben. Die Einrichtung war bescheiden genug; denn als Inventar werden angeführt Türen und Fenster, Decken mit eingeschobenen Tafeln, an den Wänden hinlaufende Bänke, wenige Tische, ein Himmelbett des Kurfürsten 4 Spanbetten des Gefolges."
Kein Wunder, daß dieses Schloss bald den Ansprüchen der Hofgesellschaft nicht mehr genügte und Kurfürst Johann Georg I. am 20. September 1617 den Befehl zum Um- und Neubau des Schlosses gab. Von 1618,alsder 30jährige Krieg ausbrach, bis 1627 dauerte der Bau des Schlosses. Simon Hoffmann und später Friedrich Steger waren seine Baumeister. Es Ist noch im Stil der deutschen Renaissance errichtet und erinnert mit seinen Giebeln und dem unsymmetrischen Turm an die Bauweise des Leipziger Alten Rathauses.

Wegen der Wirren des Krieges konnte der Kurfürst nur bis zum Jahre 1628 zur Jagd nach Wermsdorf kommen. Dann war das Schloss wiederholt der Plünderung und Verwüstung preisgegeben. 1639 legten die Schweden im Schloss Feuer an , aber durch rasches Eingreifen der Bewohner konnte der Brand gelöscht werden.
Als am 28. April 1681 das benachbarte Amtsstädtchen Mutzschen niederbrannte wurden die Amtsgeschäfte in das Jagdschloss Wermsdorf verlegt. Wenige Jahre später kamen auch die Landesherren wieder fast regelmäßig zur Jagd hierher. Gefolge und Dienerschaft wurden im Dorfe einquartiert und die Bauern mußten "Tag für Tag mit den Pferden aufwarten".

Jagd

Beim Fest
Auch August der Starke fand an Wermsdorf Gefallen. Er übergab 1698 dieses Jagdschloss seinem Statthalter Fürst Egon von Fürstenberg, mit der Weisung in den hiesigen Wäldern die Parforcejagd einzurichten. Nun begann eine glänzende Zeit. Immer wieder weilte der Hof hier und hielt seine Jagdfeste. Nach dem Tode des Fürsten von Fürstenberg 1716 kaufte August der Starke das Jagdschloss mit der gesamten Jagdeinrichtung für den Kurprinzen, der später mit seiner jungen Gemahlin, der Erzherzogin Maria Josepha von Österreich, sich längere Zeit im Wermsdorfer Jagdschloss aufhielt. So kam es also zum Bau der großen Hubertusburg. Nach Fertigstellung des neuen Schlossbaues wurde das alte Jagdschloss nur noch zur Unterbringung von Jagdpersonal benutzt.

Im alten Jagdschloss wurden später die verschiedensten Verwaltungseinrich tungen untergebracht, bis im Jahre 1873 König Albert das Schloss seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgab. Er ließ das links der Einfahrt stehende Kommissariatsgebäude niederreißen und gab so den Blick frei auf den schönen Bau. 1918 wurde das Jagdschloss geräumt. Die Einrichtung ging zum Teil in Besitz der Königsfamilie über oder wurde versteigert. Die leeren Räume wurden zu Wohnungen eingerichtet.

Quelle:

Dr. FrItzsche: Beiträge zur . Ortsgeschichte von Wermsdorf" ;
Krämer: "Wermsdorf - seine Schlösser, Wälder und Seen".
Rudolf Lehmann

Wermsdorf




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