Die Geschichte von Schloss Hubertusburg ist reich an Ereignissen.



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Schloss Hubertusburg Geschichte

Die Geschichte von Schloss Hubertusburg ist reich an Ereignissen.


Geschichte von Schloss Hubertusburg und Wermsdorf

Heimatfreund Claus Wappler durchstöberte alte Zeitungsstapel und fand einen sehr interessanten Artikel über unseren geschichtsträchtigen Ort Wermsdorf. Der Artikel aus der Torgauer Zeitung Nr.120 vom 25.05.1938 trägt die Überschrift “Wermsdorf-Hubertusburg”. Bestückt ist der Werbeartikel mit Bildern von markanten Gebäuden, Seen und Gasthausannoncen. Im Vorfeld wirbt der damalige Wermsdorfer Bürgermeister Thümmel für unseren Erholungsort Wermsdorf wie folgt;

Seit Jahrhunderten ist das Wermsdorfer Gebiet ein gern besuchter Ort. Waren es in den früheren Zeiten die Kurfürsten und Könige, die dieses schöne Stück Erde für ihre Hofjagden regelmäßig besuchten, so sind es heute die Städter aller Kreise aus der weiten und näheren Umgebung die hier Erholung suchen und finden. Eine Fläche von etwa 4000 ha staatlicher Forsten zieht sich im weiten Bogen um das Dorf mit seinem alten Jagdschloss und der das Dorf überragenden Hubertusburg. Behaglich lässt es sich in den stillen Waldungen ruhen und an den vielen Waldteichen lagern und träumen. Für die Autofahrer führen gute Straßen von Leipzig, Wurzen, Grimma, Torgau, Eilenburg, Döbeln und Leisnig nach unserem Ort. Kraftposten und Eisenbahn sorgen ebenfalls für eine gute Verbindung nach Dahlen, Leisnig, Grimma, Oschatz und Leipzig.
Gute und preiswerte Gaststätten wie auch viele Privatquartiere bieten vorzügliche Speisen, Trank und Unterkunft. - Die Losung soll auch dieses Jahr für Reiselustige lauten: Wir suchen Erholung, Entspannung und Kräftigung im schönen Wermsdorf - Hubertusburg.
Wermsdorf, im Mai 1938 Thümmel Bürgermeister

Berghotel Collm 1938Fotokarte CollmWermsdorf 1935Horstseebad 1928Abfischen 1938Reithalle 1940

Wermsdorf und die Parforcejagd

Durch die fruchtbare Wurzen - Oschatzer Ebene zieht sich die große Reichsstraße Leipzig - Oschatz - Dresden hin. Biegen wir in Luppa oder in Kühren den Nebenweg nach Süden ein, so erreichen wir auf herrlichen Waldwegen, auf denen einst der Postillon sein Trari-trara erklingen ließ, Wermsdorf- Hubertusburg. Trotzig blickt uns auf stolzer Höhe die Hubertusburg entgegen, die einst August der Starke für seinen Sohn als Jagdwohnsitz erbaute. Froh überrascht schauen unsere Blicke auf den behaglichen Ort, die Baugesinnung und Eigenart der verschiedenen Schlösser von Wermsdorf und Hubertusburg.
Am Hauptportal des ehemals königlichen Jagdschlosses Wermsdorf macht er Halt, und das Auge beschaut die letzten Perioden der sächsischen Renaissance. Ein mit Hirschgeweihen reich geschmückter Toreingang lässt uns zu dem geräumigen, nach Süden zu offenen Schlosshofe, den eine alte, wunderschöne Linde ziert, gelangen. Ihre breiten Äste stützt ein Lattenwerk rings um den Stamm in trauter Behaglichkeit sitzt auf den Bänken die jetzige Generation. Wonnig die Ruhe hier! Wilder Wein und Efeu erklettern die ockergelben Mauern und der Spatz schilpt von Laub zu Laub. König Albert von Sachsen hatte diesen Ort als seinen Ruhesitz erwählt. Von hier aus ging er zu seinen großen Jagden in die 4000 Hektar großen Staatswaldungen, hier hielt er seine Entenjagden auf dem Horstsee und den Waldteichen. Ihm hat man ein lebenswahres Denkmal am Eingange zum Jagdschloss gesetzt - als Weidmann und als Vater seines Volkes. Unter Kurfürst August (1553-1586) bis Johann Georg IV. (1691-1694) muss dazumal eine recht stattliche und interessante Jagdstrecke gewesen sein. Aus alte Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass zwischen 1611 und 1653 in Gegenwart des Kurfürsten Johann Georg I. im ganzen 113 629 Stück Wild, darunter 15 229 Hirsche, 203 Bären und 3543 Wölfe geschossen, gehetzt und gefangen worden sind. Durch die späteren Parforcejagden hat sich der Wildbestand freilich stark gelichtet. Leiter dieser Parforcejagden war Fürst Anton von Fürstenberg-Heiligenberg, der zugleich auch Statthalter des Landesherrn war zu der Zeit, als August der Starke in Warschau weilte und die polnische Krone trug. In dieser Zeit kam mustergültige Ordnung in das Wermsdorfer Wald- und Seengebiet, das Jagdrevier wurde weidmännisch vorzüglich geleitet. Gründliche Auf- und Durchforstung des Waldes geschah, liniengerade Alleen teilen das Revier in gleichmäßige Quadrate auf. Als 1716 der Fürst in Wermsdorf verstarb, hatte er im Forst und als Jägermeister Rühmliches geleistet.

Horstseeinsel Albert König von Sachsen 1902König-Albert-Denkmal 1929Königliches Forstamt 1900Waldkarte 1910Parforcejagd

Jagdschloss Hubertusburg

Aus eigenen Mitteln schuf und unterhielt er eine gewaltige Meute und eine große Zahl von Jagdpferden, Pikören und berittene Waldhüter. August dem Starken wurde der gesamte Jagdtroß 25 000 Taler übereignet. Er vermachte diesen mit dem gesamten Schloss Wermsdorf dem Kurprinzen zum Geschenk, der mit seiner Gemahlin Maria Josepha von Österreich 1719 hier Hof hielt. Alljährlich zum Hubertustag beging der Fürst unter festlichem Gepränge in Wermsdorf den Tag des Weidmanns. Der beengte Raum des Wermsdorfer Schlössleins vermochte die Zahl der Jagdgäste nicht mehr zu fassen. Da fasste August der Starke den Plan, 500 Meter entfernt vom Jagdschloss die stolze Hubertusburg zu erbauen. Nach den Plänen des Militärbaumeisters Johann Christof Naumann begann man 1721 auf der südlich Wermsdorf vorgelagerten Anhöhe den Grund zur Hubertusburg zu legen. Der Bau in seinem ersten Stadium ging 1724 seiner Vollendung entgegen. Während dieser Zeit mussten harte Fronarbeiten geleistet werden. Der Chronist erzählt, dass die Bauern selbst bis Torgau hinab mit ihren Gespannen in Hubertusburg Frondienste ausüben mussten. So erstand das Jagdschloss Hubertusburg, während des Wermsdorfer, ältere Bauwerks, in das man schon 1681 nach dem Brande des Städtleins Mutzschen die Amtsschösserei verlegt hatte, nur noch für wenige Kavaliere Raum bot. Jedoch auch Hubertusburg erwies sich in der Folge als räumlich zu eng. Friedrich August II. ließ sich durch seinen Landbaumeister Knöffel hier rat schaffen. Dieser löste auch die Aufgabe durch architektonisch schöne Anordnung der Nebengebäude. 1743 ging er daran, zwischen den Flügeln den jetzigen Hauptbau mit dem herrlichen Turm in Form des südlichen Zwingerpavillons in Dresden zu errichten.
Nach Errichtung des jetzigen Hauptbaues wurden die Seitenflügel nach Südosten verlängert, der alte Hauptbau abgebrochen und an seiner Stelle der neue Südostbau errichtet. Dabei wurde die katholische Kirche in den neuen Hauptbau verlegt und dem Schloss die Gestalt eines geschlossenen Rechteckes gegeben, die es noch besitzt. Aus dem alten Bau wurden zum Beispiel die Bilder Louis Silvesters in die neue Kirche, und als Wetterfahne der springende Hirsch übernommen, der sich heute noch auf dem Turme dreht. Die schlichte, vornehme Gestaltung der Fassaden, ebenso die in feinsten Rokoko ohne alle Überladung durchgeführte Dekoration des Innern legen Zeugnis ab für den geläuterten Kunstsinn des fürstlichen Bauherrn, freilich auch für den bedenklichen Luxus, der diese Riesenräume mit prunkvollem Leben füllte.

August der StarkeAus einem Kalender 1938Katholische Hofkirche 1908Plan 1746HubertushirschJagdschloss Hubertusburg 1890

Plünderung von Schloss Hubertusburg

Die ersten Künstler Dresdens wurden für die Ausschmückung des Schlosses in Bewegung gesetzt. Im Ganzen kostete der Bau - einschließlich des Wertes der Holzlieferung - 1 Million Taler, während der Bau Augusts des Starken nur 262 000 Taler Kosten verursacht hat. In der katholischen Hofkirche befinden sich neben Torellis Werken: Schutzengel mit Kind, St.Aloisius, St.Nepumuk, und St. Antonius, das Schönste was Matielli in Hubertusburg geschaffen hat, die plastische Gruppe des Hochaltars: Maria mit dem Kind, zur linken St.Ignatus, auf der rechten St.Hubertus, die Krönung aller Schönheit der aus italienischem Kunstmamor bestehenden Hubertuskirche ist Johann Bapista Grones Deckengemälde, das die Erscheinung des Hubertushirsches verkörpert. Erst im Jahre 1751 konnte der Bau der Hubertusburg als vollendet betrachtet werden. Nun war es vorbei mit Flötenspiel, Schäfertanz und Weidmannsheil, rauere Musikanten spielten auf, der eherne Tritt der Fritzischen Bataillone durchschallte auch den Hof des Hubertusschlosses. Während der kurfürstliche Hof nach Polen geflohen war, fühlten sich einstweilen andere Herren als Besitzer dieses prunkvollen Jagdschlosses. Am 18.Januar 1760 legte im Siebenjährigen Krieg der Major Quintus Jcilius als Kommandeur eines preußischen Freibataillons die Hand auf den herrlichen Fürstensitz und ließ sämtliche Räume gründlich ausplündern. Allein für 3000 000 Taler Mobiliar wurde nach Magdeburg geschafft. Den Rest der kostbaren Einrichtung verschacherte der Major Jcilius an die Berliner Juden Ephraim und Itzig gegen 72 000 bare Reichstaler. Alles, was greifbar und wertvoll war, die kupfernen Dachplatten, die vergoldeten Türdrücker und Fensterwirbel, die Treppengitter und Geländer, alles wurde in barbarischer Art aus dem Schloss gerissen. Selbst das Gold von den Stuckverkleidungen der Wände wurde abgeschabt, der Parkettfussboden auf - und die seidenen Wandfliesen heruntergerissen. Die unersetzliche katholische Hofkirche wäre den Barbaren anheim gefallen, wenn nicht der Kaplan in letzter Minute sich dem König zu Füßen und ihn um Gnade und Einhalt angefleht hätte.

Königlich Polnisches WappenFriedrich der GroßeSkizze zur PlünderungSchloss Hubertusburg 1910Der HofmalerSchloss Hubertusburg 1840

Weiteres Schicksal

Erst am 17.Februar 1763, von Leipzig kommend sah der Große Friedrich gelegentlich des Hubertusburger Friedens, welches Unheil seine Soldateska angerichtet hatte. Das Schloss war derartig zerstört, dass nicht einmal die zum Zwecke der Friedensverhandlungen entsandten preußischen, österreichischen und sächsischen Bevollmächtigten darin untergebracht werden konnten. Sie mussten in den östlichen Nebengebäuden wohnen. Nur ein paar kurze Stunden dauerte der Aufenthalt des Königs in der Hubertusburg. Es war ihm aber hinreichend Gelegenheit gegeben, einen Blick auf die Verwüstungen seiner Truppen zu werfen. Der riesige Vorplatz vor der Schlosskirche mit der halbkreisförmig vorgelagerten ehemaligen Wirtschafts- und Kavaliersgebäuden, den Ställen für 240 Pferde, dem Hundezwinger, den Torhäusern, Pavillons usw. macht einen erhebenden Eindruck. Vielerlei Schicksale erfüllten sich hier in diesem alten Gemäuer. Kurfürst Friedrich August III. überließ das notdürftig wiederhergestellte Schloss als Gnadenwohnungen für Hofbeamte, 1774 errichtete der Staat hier eine Steingutfabrik. Von 1791 bis 1870 bestand im Hauptpalais ein Getreidemagazin. Als die napoleonischen Heere 1812 von Russland zurückfluteten, sollte auch das Schloss Hubertusburg wieder viel Elend erfahren. Am 12.September 1813 kam es mitten auf dem Schlosshofe zu blutigen Gefechten. In dem hier errichteten Lazarett verstarben über 8000 Personen.
1836 wurde in Nebengebäuden der Hubertusburg ein Landesgefängnis eingerichtet. Hier saß 1852 Ernst Keil, der seinen Plan zur Herausgabe der “Gartenlaube” als Festungsgefangener schuf. Die Irrlehrer einer ganzen Welt, Wilhelm Liebknecht und August Bebel verbüßten hier ihre Freiheitsstrafen. Nach und nach wurde Hubertusburg zu einer großen Landesirrenanstalt ausgebaut.

Weihe Franzosengrab 1913Napoleon Ansichtskarte 1910Jagdschloss 1902Reiter im JagdschlossSonnenuntergang am Horstsee 1940Wermsdorfer Teiche 1960
Wermsdorf




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