Das Franzosengrab erinnert an die vielen Toten der Völkerschlacht bei Leipzig 1813.



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Franzosengrab Wermsdorf

Das Franzosengrab erinnert an die vielen Toten der Völkerschlacht bei Leipzig 1813.


Das Franzosengrab

Es steht in der Nähe des Horstsees mitten im Lindigt. Ein kleiner Wanderweg führt vom Parkplatz am Horstsee an alten Hügelgräbern vorbei zu der kleinen Gedenkanlage. Es ist ein stiller Ort mit einer nicht geahnten Geschichte, die 1791 begann. Das seit der Plünderung unbenutzte Hauptpalais der Hubertusburg wurde 1791 zur Errichtung eines Militärmagazins bestimmt. Am 13. Juli 1813 erschien ein französischer Kriegskommissar vor dem Hospitaltor, um noch ein französisches Lazarett für 4000 Mann zu errichten. Das meiste Leid drängte sich in der Hubertusburg nach der Völkerschlacht bei Leipzig zusammen. Viele erlagen ihren Wunden, andere starben an Nervenfieber.

Täglich nahte ein Strom von Verwundeten und einen gleichen Strom von Toten karrte man nach dem Lindigt am Horstsee, wo Massengräber die unzähligen Opfer des Völkerringens aufnahmen. Wie viele im Hubertusburger Lazarett umgekommen sind, lässt sich nicht feststellen, die Zahlen schwanken zwischen 7000 und 13000. Das lag auch an der sorglosen, grausamen Behandlung durch die französischen Wundärzte. Morgens gingen sie durch die Räume, rissen die Zettel von den Betten ab und so trugen die Wärter die Toten in die Leichenkammer. Von dort wurden sie in das Massengrab in der Lindigtlehde gebracht. Ein Teil der Riesengräber ist mit Wald bewachsen.

Jetzt steht ein mächtiger Lindenbaum in der Mitte, und ein schlichter Gedenkstein erinnert den Wanderer an die hier ruhenden Toten.

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Die Jahrhundertfeier in Wermsdorf

Aus alten Chroniken- 1913 - 2013

Die Einweihung des Gedenksteines (heute: Franzosengrab) wurde am 18.10.1913 im Lindigt bei Wermsdorf vollzogen. Etwa 10.000 Menschen vieler Nationen, die als Verwundete der Völkerschlacht in das Schloss Hubertusburg nach Wermsdorf kamen, fanden hier im Lindigt an der Südseite des Horstsees ihre letzte Ruhe.

Das Wermsdorfer Wochenblatt von 1913 berichtet:
Wermsdorf prangte im Festschmuck, frohbewegtes Leben überall ! Schon am frühen Sonntagmorgen des 18.10.1913 waren Turner unserer beiden Vereine auf ihren Posten, um am Eilbotenlauf Myslowitz - Leipzig teilzunehmen. Dank des prächtigen Wetters und der sorgfältigen Vorbereitungen konnte die Botschaft bedeutend früher weitergegeben werden, als berechnet war. Als Kennwort begleitete die Hülse „Gut Heil zum Gelingen“ von Mann zu Mann. 25 Minuten wurden auf dem Laufe Klappendorf - Luppa durch den Niederelbegau eingebracht. -
Am Vormittag in der 10. Stunde zogen etwa 400 Schulkinder mit ihren Fahnen hinaus ins Lindigt, um gemeinschaftlich mit ihren Lehrern eine Gedenkfeier am Kriegergrab zu begehen. Schuldirektor Müller hielt eine eindrucksvolle Ansprache. Patriotische Gesänge verschönten die Veranstaltung. Am Abend loderte auf dem Kuhberge bei Reckwitz ein mächtiges Freudenfeuer empor, begrüßt von den Freudenfeuern der näheren und weiteren Umgebung, und gab Kunde von der Anteilnahme und Begeisterung, die unsere Einwohner ergriffen hatte. Viele Hunderte lauschten den markigen Worten der Pastors Voigt/Hubertusburg, die ausklangen in der Mahnung, allezeit einzutreten für des Reiches Herrlichkeit. Der Klang der Glocken mischte sich stimmungsvoll in die schlichte Feier. Verschiedene Gebäude waren prachtvoll illuminiert. Besonders auch das Schulhaus. Leider vermissten wir die Beleuchtung anderer öffentlicher Gebäude.

Die Jahrhundert-FeierErinnerungenEichenkranzIm LindigtGedächtnisfeierPatriotismus
Der Sonntagvormittag führte die Gemeinde ins Gotteshaus, wo rechts und links des Altars die Fahnen des Militärvereins und des Turnvereins Eichenkranz Aufstellung gefunden hatten. „Gott mit uns“ waren die Worte, die Herr Pastor Richter seiner packenden Predigt zugrunde gelegt hatte.
Den Höhepunkt aber bildete die große öffentliche Jahrhundertfeier, die Sonntagnachmittag am Kriegerdenkmal stattfand. Ein einfacher, aber würdiger Gedenkstein unter einer mächtigen Linde mit den Jahreszahlen 1813-1913 mahnt den Wanderer zu stillem Gedenken. Das Grab selbst kennzeichnet ein großer freier Platz mitten im Haine. Unter Vorantritt des Schützenzuges vom Militärverein, der Pfleger-Kapelle und der Dahlener Stadtkapelle setzte sich der Wermsdorfer Festzug, dem sich Vereine aus Dahlen, Mahlis und Liptitz angeschlossen hatten (zusammen 12 Fahnen), vom „Strauß“ aus dorthin in Bewegung. Fast zu gleicher Zeit mit ihm trafen auch die Mutzschener Vereine sowie der Militär- und Turnverein von Fremdiswalde ein. Als Ehrengäste waren Amtshauptmann Dr. Wach und Regierungsamtmann v.d. Planitz, Offiziersdeputationen von Oschatz, Grimma und Wurzen sowie verschiedene Reserveoffiziere anwesend.

Nach dem allgemeinen Gesang des Liedes „Sind wir vereint zur guten Stunde“ begrüßte Oberpfleger Wagner als Militärvereinsvorsitzender die Anwesenden und übergab das Denkmal, dessen Errichtung das Verdienst der Militärvereine von Wermsdorf und Mutzschen ist, dem Schutze des Publikums. Die Wermsdorfer „Liedertafel“ und die „Germania“ von Mutzschen trugen hierauf gemeinsam die Lieder „Morgenrot“ von W. Harff und das „Schwertlied“ von Th. Körner vor. In Ansprachen gingen Pastor Voigt/Hubertusburg und Pastor Seyfert/Altmügeln auf die Bedeutung des Jahres 1813 für unser Vaterland ein. Pastor Löber/Fremdiswalde sprach das Schlusswort. Er führte unter anderem aus: „Durch diese Feier ist dieser Hain zu einem heiligen Hain geworden. Gedenkt stets derer, die in der Schlacht bei Leipzig gefallen sind, und seid stets dankbar, dass Ihr die Früchte mit genießen dürft, denn in Leipzig ist die Gegenwart geboren…“ -
Am Abend veranstaltete der Allgemeine Turnverein Wermsdorf/Hubertusburg eine stark besuchte öffentliche Feier im „Goldenen Strauß“. Musikalische und deklamatorische Vorträge, eine Festrede von Schuldirektor Müller sowie eine turnerische Festspielaufführung mit lebensgroßen Bildern: Vater Jahns Ehrenschild, die starken Beifall fand, füllten den Abend aus.

(gekürzt aus dem Wermsdorfer Wochenblatt vom Oktober 1913,
entnommen von C.E.Wappler)

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