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Klappe für ein einmaliges Vereinsjubiläum

OAZ-Artikel von Bärbel Schumann zur Jubiläumsfeier (13.07.2015)

Wermsdorfer Heimat- und Verschönerungsverein zeigt Streifen zur Filmnacht anlässlich seines 25-jährigen Bestehens

Wermsdorf. Rappel voll war das Lokal "Goldener Hirsch" in Wermsdorf. Stühle und Tische wurden beiseite gerückt, um die Gaststube in einen Filmsaal zu verwandeln. "79 Besucher haben sich bei uns zur Wermsdorfer Filmnacht aus Anlass unseres 25-jährigen Vereinsjubiläums angemeldet", erklärt Ronny Uhlitzsch, Vorstandsmitglied im Wermsdorfer Heimat- und Verschönerungsverein. Der wurde am 4. Juli 1990 gegründet, setzte sich eigene Ziele wie das Wideraufstellen des König-Albert-Denkmals und wollte fortsetzen, was die Wermsdorfer Gruppe des Kulturbundes einst begann.
Einladungen, handgefertigte Plakate, Fotoaufnahmen von ersten Arbeitseinsätzen oder Exkursionen künden vom Tatendrang der Gründerzeit. Sie sind die ersten Dinge, die an diesem Abend auf der Leinwand zu sehen sind. Dazu gehört auch der Stempel des Vereins. "Es war damals gar nicht so leicht, einen Stempel für den neuen Verein zu erhalten. Gemeinsam mit meinem Brieffreund aus Wolfenbüttel kreierten wir damals unseren ersten Stempel. Er sponserte dessen Anfertigung und das Geschäftspapier gleich mit", erinnert sich Claus Wappler.
Gundolf Schmidt, damals erster Vereinschef und heute wieder in diesem Ehrenamt, gibt zu den einzelnen Aufnahmen immer wieder Kommentare. Mal hoch erfreut, mal weniger. Nicht alle Ziele und Vorhaben der Heimatfreunde konnte umgesetzt werden. Stolz macht sich nicht nur unter den Vereinsmitgliedern breit, als Bilder von der Aufstellung des König-Albert-Denkmals zu sehen sind. Zahlreiche Spenden warb der Verein für dessen Wideraufstellung ein und arbeitete dabei mit der Gemeinde unter der Leitung von Bürgermeister Bernd Dieter Lehmann erfolgreich zusammen. Bei den Fotoaufnahmen aus vergangener Zeit, erst recht als die beiden Filme aus dem Sächsischen Staatsarchiv flimmerten, wurde manchem im Raum klar, welche Veränderungen sich in Wermsdorf in den vergangenen Jahrzehnten ereigneten: Sanierte historische Gebäude, gepflegte Anlagen, moderne Kliniken, entwickelter Tourismus. Lohnens- und schätzenswertes blieb: Engagierte Menschen für ihren Heimat- und Wohnort und Menschen mit einem Beruf, der für sie Berufung ist. Die lange Wermsdorfer Filmnacht war deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht erfolgreich. Dank gebührt den Mitgliedern des Heimatvereins und auch Stefan Gööck, vom Sächsischen Staatsarchiv Hubertusburg, der zwei Filme zur Verfügung stellte, die den Klinikalltag auf Hubertusburg in den 1950er- und 1970er-Jahren dokumentierten.


Eine Busfahrt mit Folgen - Wermsdorfer Heimatverein feiert Jubiläum

OAZ-Artikel von Jana Brechlin zum Jubiläum (04.07.2015)

Heimatvereine haben in Nordsachsen eine wichtige Funktion: Sie pflegen Traditionen, arbeiten fast vergessene Geschichte(n) auf und können oft Feste feiern. In Wermsdorf gibt es seit 25 Jahren einen besonders engagierten Heimatverein. Am Anfang half der Zufall bei der Gründung.

Eine Busfahrt war gewissermaßen die Geburtsstunde des Wermsdorfer Heimatvereins. Als nämlich vor über 25 Jahren Claus Wappler und Gundolf Schmidt zufällig im gleichen Bus von Wermsdorf nach Oschatz saßen, kamen beide ins Gespräch. Und zwar über ihre Lieblingsthemen: Heimatgeschichte und Denkmalpflege. Wappler hat von jeher eine Affinität zur Wermsdorfer Historie, sammelt Postkarten, Dokumente und vieles mehr, und Schmidt war zu DDR-Zeiten Mitglied im Kulturbund und lernte dort mehr und mehr zur Ortsgeschichte. "Wir hatten also gleich gemeinsame Interessen", blickt Gundolf Schmidt auf diese Begegnung zurück.Und diese teilten die Männer mit noch einigen anderen Wermsdorfern, die schließlich zusammen im Mai 1990 den Heimatverein im Saal des Alten Jagdschlosses aus der Taufe hoben. "Am 4.Juli ist der Verein dann offiziell im Register des Oschatzer Amtsgerichtes eingetragen worden", zitiert Schmidt aus der Chronik. Genau heute vor 25 Jahren also.

Denkmäler restauriert und alte Akten aufgearbeitet
In dem zurückliegenden Vierteljahrhundert haben die Heimatfreunde einiges geschaffen: Das König-Albert-Denkmal vor dem Alten Jagdschloss in Wermsdorf geht ebenso auf ihre Initiative zurück wie der Lehrpfad entlang historischer Orte. Doch die ersten Schritte der 25 Gründungsmitglieder führten durch Papierberge: "Wir haben zunächst reine Archivarbeit gemacht, weil wir die historischen Akten der Gemeinde übernehmen durften", erzählt Gundolf Schmidt. Der Wermsdorfer Lehrer machte deren Aufarbeiten und Registrierung zu einem echten Generationenprojekt, indem er die gegründete Schularbeitsgemeinschaft Junge Historiker für diese Arbeit mit einspannte und außerdem auf das Wissen erfahrener Geschichtsfreunde wie Horst Mende und Werner Breitenborn bauen konnte. Vieles von dem, was dabei gesichert wurde, wäre womöglich unbesehen entsorgt worden, überlegt Gundolf Schmidt: "Dafür, sich mit alten Akten zu beschäftigen, hatte damals doch keiner den Nerv." Nicht ohne Stolz verweist er auf das Ergebnis der mühsamen Arbeit. "Wir haben die Unterlagen zur Wermsdorfer Geschichte aufgearbeitet. Es kann heute noch jeder ins Archiv gehen und die Dokumente nutzen", sagt er. "Wir haben die Akten gerettet, die wären sonst sicher weggekommen", ist auch Claus Wappler überzeugt. Doch die Vereinsmitglieder wollten von Anfang an nicht nur die Nase in staubige Papierberge stecken, sondern auch für alle sichtbar etwas tun. "Da lag die Pflege von Denkmalen nahe", meint Gründungsmitglied Kurt Müller, "und davon gibt es in und um Wermsdorf ja reichlich." Eigentlich, so Gundolf Schmidt, seien die Projekte den Heimatfreunden immer vor die Füße gefallen. "Wenn wir eine Maßnahme abgeschlossen hatten, rückte schon die nächste ins Blickfeld."
Noch heute wissen die Vereinsmitglieder genau, wo 1990 der erste Arbeitseinsatz stattfand: "Das war auf dem Anstaltsfriedhof vom Krankenhaus Hubertusburg. Das Gefallenendenkmal dort war völlig zugewachsen, wir haben es freigeschnitten und das Umfeld hergerichtet", erzählt Gundolf Schmidt. Einmal erfolgreich angepackt, ging es Schlag auf Schlag weiter. "Wir haben das Bismarckdenkmal wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt und haben dafür gesorgt, dass die Wasserhäuser vor der alten Post, am Alten Jagdschloss und am Pfarrhaus erhalten werden, und die Postmeilensäule an der Sachsendorfer Straße sieht auch wieder gut aus", zählt Kurt Müller auf. "Vor allem ist es gelungen, das König-Albert-Denkmal wieder aufzustellen", nennt er einen wichtigen Punkt, denn die Bronzeplastik hat deutlich sichtbar ihren Platz im Ortskern. Der sächsische König wurde 1873 gekrönt und war ein begeisterter Jäger, was ihn mitunter mehrmals im Jahr nach Wermsdorf führte. Hier gab sich der Regent volksnah und zugänglich, was ihm bei der Bevölkerung große Sympathien einbrachte. Nach seinem Tod bemühte sich der örtliche Militärverein um ein Denkmal zur Erinnerung, das 1908 schließlich im Ort aufgestellt wurde. Ende der 1940er Jahre schließlich verschwand die Figur. "Sicher ist die Bronze irgendwo verwertet worden", vermutet Kurt Müller, "auf einmal war jedenfalls nur noch der Sockel da." Dabei blieb es zunächst - bis sich Einwohner und Mitglieder des Heimatvereins in den 90er Jahren um eine Wiederherstellung des Albert-Denkmals bemühten. "Zum Glück hatte Claus Wappler noch alte Unterlagen, die ziemlich genau Auskunft zur Bronzefigur gaben. Damit konnte dann der Kunstgießerei in Lauchhammer der Auftrag erteilt werden", blickt Müller zurück. Um das Denkmal zu finanzieren, sammelten die Wermsdorfer Spenden und bekamen Fördermittel vom Regierungspräsidium Leipzig. Weil sich die Gemeinde ebenfalls für das Projekt stark machte, konnte aus dem Wunsch schließlich Wirklichkeit werden. "Bei allem Enthusiasmus, aber wir hätten das allein nie und nimmer geschafft", räumt Gundolf Schmidt ein, "weil sich der damalige Bürgermeister Bernd-Dieter Lehmann dafür eingesetzt hatte, öffneten sich Türen und es gab plötzlich Geld." Im November 1998 konnte das Denkmal, das König Albert als Weidmann zeigt, wieder eingeweiht werden.
Weil bei aller Begeisterung ohne Geld auch in der Heimatgeschichte nicht viel geht, mussten die Vereinsmitglieder immer wieder Einfallsreichtum beweisen, um Sponsoren zu gewinnen. So wurden zeitweilig Blätter mit historischen Ansichtskarten herausgegeben, um Spendern einen Mehrwert zu bieten. Einwohner, Firmen und Gäste machen von Zeit zu Zeit Geld für die Vereinsarbeit locker. "Unser wichtigster Geldgeber ist aber die Sparkassenstiftung", sagt Gundolf Schmidt. Mit deren Hilfe habe man zum Beispiel gemeinsam mit der evangelischen Kirche den Grabstein von 1604 aufarbeiten und aufstellen lassen können. Heute ist das Zeugnis für jeden an der Kirchenwand sichtbar angebracht.

Radweg-Lehrpfad als jüngstes Projekt
Es ist viel geworden, in den vergangenen 25 Jahren - finden die Vereinsmitglieder selbst, was auch schon die Frage aufwarf "War es das?". "Wir wollten uns schon von der Wermsdorfer Bühne verabschieden", räumt auch Gundolf Schmidt vom Vorstand ein. "Schließlich werden wir einfach alt, und eigentlich sind alle Ziele abgearbeitet." Dabei machten den Gründungsmitgliedern auch die Neueinsteiger einen Strich durch die Rechnung. "Immer wenn wir daran dachten, aufzuhören, kamen neue Mitglieder dazu." So ist der Verein auch keine Altherren-Riege und zudem auch politisch breit aufgestellt: Vier aktive Ratsmitglieder gehören zu den Heimatfreunden. Und Aufgaben gibt es, bei genauer Betrachtung auch noch genug. "Wir sind ein bunter Gemischtwarenladen und wollen uns nicht nur auf eine Sache konzentrieren", sind sich die Vorstandsmitglieder einig. Jüngstes Projekt ist ein Radweg-Lehrpfad durch die Umgebung. Einen Lehrpfad, auf dem man zu Fuß Wermsdorf erkunden kann, gibt es bereits, nun sollen Ausflügler auch in den Wermsdorfer Wald oder nach Collm gelockt werden. "Wir wollen den Besuchern zeigen, was es hier neben den zwei Schlössern sonst noch gibt", nennt Gundolf Schmidt das Ziel. Der geplante Weg führt an 25 Stationen vorbei, verschiedene Tafeln informieren jeweils über Geschichte und Bedeutung, zusätzlich gibt es Wissenswertes via QR-Code auch für Smartphone-Nutzer. Im Herbst soll mit dem Aufbau begonnen werden.

Als nächstes wird aber erst einmal das Jubiläum gefeiert: Mit einer Wermsdorfer Filmnacht am 10. Juli, ab 19.30 Uhr im Gasthof "Goldener Hirsch". Dabei sollen Aufnahmen gezeigt werden, die im Ort entstanden und im Staatsarchiv Leipzig aufbewahrt sind. Die derzeit 35 Vereinsmitglieder versprechen neben bekannten Filmen auch bislang unbekannte Bilder.


Leichenpredigten – Quellen zur Orts- und Familiengeschichte 29.05.2015

Gerade mal ein Dutzend Gäste konnte der Heimatverein Wermsdorf zu seiner Veranstaltung am Freitag in der Gaststätte „Zum Bahnhof“ begrüßen. Das Thema „Leichenpredigten“ scheint bei den Wermsdorfern nicht der große Renner zu sein…
Doch Jens Kunze, der sich seit 20 Jahren mit dem Thema beschäftigt, konnte die Anwesenden begeistern. Denn bei Leichenpredigten, die mit Beginn der Reformation aufkamen, handelt es sich nicht um Predigten am Grab, sondern um eine Art gedruckten Nachruf für den Verstorbenen. Die erste verfasste Luther 1525 für Friedrich den Weisen. Ihre Hochphase erlebten die Leichenpredigten um 1700. Die Auflagen erreichten damals in Fürstenhäusern bis zu 3000 Exemplare, versehen mit Kupferstichen und Gedichten. Aber auch unter Handwerkern waren sie keine Seltenheit – jedoch viel bescheidener.
Sinn der Leichenpredigten: Der Verstorbene nahm noch zu Lebzeiten Einfluss auf deren Inhalt und damit auch darauf, was von ihm in Erinnerung bleiben soll. Die Nachkommen dagegen konnten sich und ihrem Toten ein Denkmal setzen.
Kritik an Protz und Prunk der Leichenpredigten führte um 1750 zu deren Verschwinden. Jens Kunze: „Es war halt auch nur eine Modeerscheinung…“
250000 Exemplare sind heute noch in Deutschland erhalten und bieten Forschern Einblicke in die damalige Zeit, die andere Quellen nicht bieten. Das Leben des Toten wird umfangreich beschrieben. Wo hat er studiert, wohin ging die Bildungsreise, wie vollzog sich der gesellschaftliche Aufstieg – all das findet sich in der Leichenpredigt. Und was den Wermsdorfer bei seinen Forschungen überraschte: „Selbst beim Adel waren Ehen nicht nur Zweckehen, oft waren es enge Beziehungen, war es Liebe.“
Auch die Tatsache, dass in der Leichenpredigt meist die Herkunft des verstorbenen Adligen über acht Generationen aufgeführt wurde, gibt Geschichtsforschern tiefe Einblicke. Wohl wissend, dass der Stammbaum auch gern mal geschönt wurde…
Was Wermsdorf betrifft, da musste Kunze dann doch bekennen: „In Sachen Leichenpredigten war unser Ort nicht so toll…“ Erhalten ist ein Exemplar, gedruckt im Jahre 1611 für Margarethe geb. von Starschädel aus Mutzschen.
Interessantes lässt sich auch aus der Leichenpredigt für Peter Decker heraus lesen. Der Sohn eines Oschatzer Gastwirts besuchte die Fürstenschule Grimma, sicher nicht üblich für Gastwirtskinder. Er studierte in Leipzig Theologie, wurde Pfarrer, u. a. auch in Wermsdorf Und seine Kinder wurden ebenfalls Pfarrer - oder heirateten Pfarrer…
Jens Kunze hat es wirklich fertig gebracht, dass die Gäste gespannt einem Vortrag über Leichenpredigten folgten! Ab und an sogar lächelten oder gar laut lachten, was sich eigentlich bei Leichenpredigen nicht gehört. Aber was macht man, wenn dort geschrieben steht: Seine zweite Frau hat er blöd zurückgelassen…

Text und Fotos: Günter Schmidt


8. Stiftungstag der Sparkassenstiftung Torgau Oschatz

Am 5.5. 2015 fand der 8.Stiftungstag der Sparkassenstiftung Torgau-Oschatz statt. Das Wetter wollte zwar nicht so recht mitspielen, aber es gibt ja Regenschirme. Dementsprechend kurz fielen die Reden von Landrat Czupalla und anderen Stiftungsratmitgliedern aus.
Wir konnten uns aber glücklich schätzen, dass ausgerechnet unser gefördertes Lehrpfadprojekt besonders hervorgehoben wurde. In diesem Jahr findet es seinen Abschluss. Wir werden natürlich darüber berichten.
Danach ging es grüppchenweise durch ehrwürdige Häuser in Oschatz (Vogtshaus, St. Aegidien, Waagenmuseum...). Der Abend klang dann mit netten Gesprächen und einem lecker Buffet langsam aus.
Dann bis zum 9. Stiftungstag im nächsten Jahr, wo auch immer er stattfinden wird.
Text und Foto : Ronny Uhlitzsch


Unterwegs im Döllnitztal 15.2. 2015

An den Wochenenden ist der Wermsdorfer Thilo Blamberg oft in Schloss Hubertusburg anzutreffen, gehört er doch zu den Heimatfreunden, die Gäste durch die Räume des Schlosses führen. Dass er das vorhat, hätte man auch am vergangenen Sonntag vermuten können, als sich auf Einladung des Wermsdorfer Heimatvereins über zwanzig Leute im Schlosshof versammelten. Doch gemeinsam mit Blamberg kehrten sie dem größten Jagdschloss Europas den Rücken zu, wandern war angesagt.
Erstes Ziel - das Fasanenholz. Ein kleines Wäldchen, seit jeher gern genutzt für Spaziergänge. Die Wanderer konnten sich hier davon überzeugen, wie schwer es ist, gegen Gewohnheiten anzukämpfen. Früher hatten die Wermsdorfer unmittelbar neben dem Fasanenholz ihr „Schuttloch“. Das ist seit Jahrzehnten verschwunden, aber immer noch gibt es Leute, die das nicht wissen. Und ihren Müll ins Fasanenholz bringen. Schön ist das nicht…
Neben dem Fasanenholz befindet sich der sogenannte „Anstaltsfriedhof“. Blamberg verwies darauf, dass er nicht mehr als Friedhof dient. Neben alten Gräbern befinden sich dort zwei Gedenkstätten und die kleine Kapelle.
Unmittelbar nach der Einmündung der Straße nach Liptitz beginnt rechts ein Feldweg, der früher in das Nachbardorf führte, heute aber im oberen Bereich etwas im Schlamm, im unteren Bereich im Döllnitzsee versunken ist. Liptitz erreicht man nicht mehr, dafür bietet sich ein schöner Blick über den See.
Der Weg endet auf dem Radweg entlang des Döllnitzsees, dem die Wanderfreunde Richtung Mahlis bis zum Schafteich folgten. Hinter dem kleinen Teich ist ein Hügel zu sehen und auf ihm stand früher eine Ritterburg, erzählte Blamberg. Er bremste aber auch die Erwartungen seiner Gäste. Wer sich so etwas wie die Wartburg vorgestellt hatte, lag mit Sicherheit falsch. Auf dem aufgeschütteten Hügel stand eine Lehmhütte, umgeben von einem Zaun und Sumpf. Ritter war wohl doch kein Traumberuf.
Auf dem Damm des Döllnitzsees erinnerte der Wanderleiter an die ehemalige Kleinbahnlinie. Es wäre sicher nicht das Problem, die Strecke von Glossen bis zur Staumauer im Laubental wieder aufzubauen, aber das hieße: Endstation Wermsdorfer Kläranlage und das klingt nicht nach Tourismusförderung…
Der anschließende Teil der ehemaligen Kleinbahnlinie befindet sich im Döllnitzsee, kommt sozusagen erst wieder in Reckwitz aus den Fluten. An der Reckwitzer Steige. Wo die Züge einen gewaltigen Höhenunterschied überwinden mussten - unglaubliche drei Meter...
Großes Staunen löste die Hochwasserschutzanlage für Reckwitz aus. Ein so gewaltiges Bauwerk hatte wohl keiner erwartet. O-Ton eines Teilnehmers: So etwas habe ich bisher nur an der Nordsee gesehen…
Und ein weiteres gewaltiges Bauwerk wartete auf die Wandergruppe. Die neue Umgehungsstraße, die die Teilnehmer von der Brücke über den Küchenweg bewundern konnten, bevor sie wieder den Ausgangspunkt Hubertusburg erreichten.
Nach fast drei Stunden endete eine schöne Wanderung, die man auch ohne Führer für einen Familienausflug empfehlen kann. Dann aber vielleicht im Sommer – das erspart das anschließende Schuhe putzen…

Text: Günter Schmidt
Fotos: Thilo Blamberg


Über Feld und FlurAm DöllnitzseeMit Thilo Blamberg unterwegs
Wermsdorf




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