Der Collm ist der bekannteste Berg im Oschatzer Land.



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Collm

Der Collm ist der bekannteste Berg im Wermsdorfer Wald.

In einer Ausgabe des Blattes “Neue Leipziger Zeitung” aus dem Jahr 1922 fand Heimatfreund Claus Wappler einen aufschlussreichen, stimmungsvollen Wanderbericht über unsere schöne Heimat.
Der Autor Herr Dr.Johannes Schoenfeld erzählt :
Der Reisende, der von Leipzig nach Riesa fährt, hat bei der Fahrt durch das Flachland selten Gelegenheit, sich an der herzerfrischenden Abwechslung des Geländes zu erfreuen. Nur der Kohlenberg hinter Brandis entbietet ihm einen behaglichen Gruß aus niedriger Höhe. Doch schon bald hinter Wurzen erlebt er ein Wunder. Aus der ebenen Landschaft erhebt sich, unvermittelt und ziemlich steil, beschattet von dunklen Wäldern, ein wahrer Luginsland, der die Ebene völlig beherrscht : der Colmberg bei Oschatz. Mit seinen 314 Metern Höhe über Normalnull an sich ein kleiner Gernegroß, verdankt er seine Beachtlichkeit nur seiner “splendid Isolation”. Die Geologen nennen ihn ein Überbleibsel jenes Gebirges, das in Urzeiten unser jetziges Nordsachsen durchzog. Sein Grundgestein ist Grauwacke, wie das dieses Urgebirges war.
Vom Bahnhof Dahlen aus wenden wir uns unter der Überführung durch nach Süden. Von der Straße zweigt zur Linken unser Weg ab. Die Häuser und die Kirche von Deutsch- und Wendisch- Luppa und dahinter die Wolfsberge hocken rechts von uns über den Feldern. Links vom lichtem Nebel umsponnen, ragen die Spitztürme der Oschatzer Kirche ins Blaue. Windmühlen drehen ihre Flügel rechts und links auf den Höhen. Vor uns aber wölbt sich der breite, dunkle Rücken des Colm. Bald haben wir Malkwitz erreicht. Das lange Straßendorf mit seiner Wehrkirche und den zahlreichen Gütern haben wir hinter uns. Hinter dem Dorfe schreiten wir über die Luppa und ihren Mühlgraben, und kommen nach Calbitz, einem ursprünglich sorbischen Rundling, der sich zum Straßendorf erweitert hat. Sein Bächlein fließt zur Luppa und mit ihr zur Dahle ab. Einige hübsche Fachwerkhäuschen zieren die Siedlung. Wir schauen die Wehrkirche mit ihrem breiten, stattlichen Turm. Am Altarplatz im Innern der Kirche erhebt sich ein altes, mächtiges Steindenkmal mit mehreren Figuren, errichtet von einem Beneckendorf, einem Vorfahren Hindenburgs.

Ansichtskarte 1910Ansichtskarte Collm 1920Collmlied 1920Bockwindmühle SpitzcollmCollmbergLuppa Bockwindmühle
Die Straße steigt nun ziemlich steil aufwärts. Auf ihrer Höhe gewährt sie prächtige Rückblicke auf die durchwanderten Dörfer und ihre Umgebung. Zu unseren Füßen ruht im Grunde das Vorwerk ; Kleinböhlas schmucke Landhäuschen schimmern hinter den Bäumen glänzend hervor. Vom Nebel halb verdeckt lagern dahinter die dunklen Schatten der Dahlener Kirche und wie ein weißes Band die Dahlener Heide und die Schildauer Höhen. Weit zur Linken zieht breitrückig der Lattenberg bei Strehla durch das Gesichtsfeld. Die Dörfer Laas, Lampertswalde und Cavertitz dehnen sich vor und hinter ihm langgestreckt aus. Einer schimmernden Schlange gleich windet sich vor uns die Straße in Krümmungen bergan. Auf ihr überschreiten wir den Sattel des Schlangenberges, eines Vorberges des Colm. Zur Linken springt der Windmühlenberg mit seiner Windmühle steil empor, bevor wir, rechts von ihm, in das trauliche Kirchdörfchen Collm eintreten. An den Colmberg angelehnt, duckt es sich hinter gewaltigen Schneewehen. Hoch droben thront malerisch das Kirchlein als Wächter des Dörfchens. Alte Grabmäler und ein Stein zur Erinnerung an die im Kriege Gefallenen schmücken den kleinen Friedhof. Eine jahrhundertealte Linde rauscht den Toten Klänge der Ewigkeit zu. Still und leise zieht der Weg durchs Dörfchen. Ein schmaler Fußweg läuft rechts vom Berge hinauf. Weit öffnet sich der Blick im Rückschauen auf den Wermsdorf-Hubertusburger Staatsforst. Lampersdorf zieht vor unseren Blicken hin, weit dahinter erheben sich die Kirche und die Essen des Städtchens Mügeln.

Ansichtskarte 1899Gruss aus Wermsdorf 1900Hubertusburger Wald 1917Forsthaus Oschatz 1911Wanderkarte 1957Baum 2011
Weiter ziehen wir hinauf zur Höhe des Berges. Immer mehr offenbart uns der Mischwald seine Märchenpracht. Von der Plattform des Aussichtsturmes aus öffnet sich den Augen die kraftvolle Schönheit der Landschaft, nur in noch weiterer Ausmalung. In großen Umrissen zeichnen sich die stimmungsvollen Bilder der Dörfchen, der Türme, der Fluren und der Wälder bis in die Nähe von Leipzig und bis zum Rochlitzer Bergzuge, ja bis zur Augustusburg. Den Berg hinab wenden wir uns südwestlich durch den Nadelwald, der blauen Markierung nach, am Fuße des Berges mit dem Blick auf Mügeln. Quer durch den Hubertusburger Forst bringt uns eine Schneise zur Hubertusburg- Mügelner Straße. Vom Waldrande aus genießen wir einen prächtigen Blick auf das einstige Jagdschloss Hubertusburg und den Ort Wermsdorf. Vorüber am Wirtshause “Zum Lindenbaum”, im Ausblick auf das Dörfchen Göttwitz und später auf Mutzschen, erreichen wir
Das Schloss selbst. Hier fand am 15.Februar 1763 die Unterzeichnung des Friedensschlusses statt, der dem Siebenjährigen Krieg ein Ende machte. Die stolzen Hallen und Räume, besonders die großangelegten Flügelbauten, stehen jetzt als Irrenanstalt im Dienste der Menschenliebe, nachdem sie als “Stätten üppigsten Genusses und der Weltfreude” bis zum Jahre 1756 dem “sächsischen Herkules” August II. (dem Starken) gedient hatten. Im wahrsten Sinne des Wortes stellt das S,chloss jetzt eine “büßende Magdalena” dar, berufen, als Segensstätte auszugleichen, zu büßen und zu versöhnen, was eine frühere Zeit verschuldet hatte.
Vom Schlosshofe aus wenden wir uns durch eine Allee kräftiger Bäume dem freundlichen Wermsdorf zu. Wir durchschreiten den weiten Hof des Schlosses, eines ernsten, burgähnlichen Baues, mit schneckenartig gewundenem Giebel, errichtet von Johann Georg III.
Auf einem prächtigen Waldwege, dem sogenannten “Alte A”, der uns am Häuschen- Teiche vorbeiführt und noch einmal alle Schönheiten der Winterlandschaft in voller Prachtentfaltung zeigt, wandern wir in zweistündiger Marschzeit zum Bahnhofe Dornreichenbach.


Annonce 1910Horstsee 1913Ansichtskarte 1915Turmbesteigung 1920Herbstlaub 1996Lithografie Wermsdorf 1840
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