Mit einer Höhe von 314 Meter überragt der Collmberg weite Teile der Leipziger Tieflandsbucht.



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Station Collmberg

Mit einer Höhe von 314 m über NN überragt der Collmberg weite Teile der Leipziger Tieflandsbucht und stellt damit eine markante Landmarke dar. Der Name Collm stammt ursprünglich aus dem Slawischen und wurde von den ersten Besiedlern des Landstriches, den Sorben, eingeführt. Er bedeutet übersetzt nichts anderes als Berg oder Hügel. Prägnantes Merkmal des Collmberges sind die zwei Türme auf seinem Gipfel. Während der kleinere Albertturm ein wenig versteckt hinter den Baumwipfeln hervorschaut, ist der 102 m hohe Funkturm schon von weitem sichtbar. (bis 2004) Die aufgewölbte, kegelförmige Statur des Berges lässt einen vulkanischen Ursprung des Collm vermuten. Er liegt zwar am Rande eines vulkanisch geprägten Gebietes, jedoch unterscheidet sich seine Geologie sehr deutlich von der näheren Umgebung. Im Paläozoikum, genauer gesagt im Ordovizium und Silur, war das heutige Nordwestsachsen noch zu großen Teilen von einem flachen Meer bedeckt. Es ähnelte in etwa unserem heutigen Wattenmeer. Die in dieser Zeit entstandenen Gesteine, wie helle Quarzite, sowie quarzitische und konglomeratische Grauwacken, Sandsteine und Tonschiefer waren ursprünglich Ablagerungen dieses Meeres. Diese Sedimentgesteine bilden den Bergstock der Höhenzüge der Collmberg-Serie. Die Collmberg-Serie umfasst neben dem namensgebenden Berg auch die Deditzhöhe bei Grimma und das Gebiet bei Otterwisch-Hainichen. Sie bilden den Nordsächsischen Sattel als Teil des Nordsächsischen Schiefergebirges einem Höhenzug des variszischen Grundgebirges. Die Grauwacke und der Quarzit sind einige der ältesten Gesteine. Quarzit wurde in einem Steinbruch an der Südwestseite des Collmberges ( siehe Station Quarzit-Steinbruch) abgebaut, welcher heute als geologisches Naturdenkmal ausgewiesen ist. Im Zeitraum Oberdevon (vor ca. 380 Mio Jahren) bis Unterkarbon (ca. 340 Mio Jahre) vollzog sich die variszische Orogenese. Während der erzgebirgischen Phase wurde der westliche Teil des heutigen Sachsen verstärkt herausgehoben und gefaltet, so auch der nordsächsische Sattel. Gleichzeitig setzten damit auch die natürlichen Erosionskräfte wie Wind und Wasser ein. Dadurch wurde das variszische Gebirge im Laufe der Zeit bis auf wenige Resterhebungen wieder eingeebnet. Die heutigen Erhebungen der Collmberg-Serie bilden die Überreste des Grundgebirges. Der Collmberg an sich gilt als Härtling, da er in mehreren tektonische Phasen ein Höhenzug darstellte und der witterungsbedingten Erosion weitgehend trotzte. Deswegen kann er als die älteste morphologische Erhebung in Sachsen bezeichnet werden. Während das Gebiet in der Elsterkaltzeit noch vollständig unter Eis lag, befand sich der Collmberg in der Saale -Eiszeit in unmittelbarer Eisrandlage und bildete somit die Grenze zum periglazialen Raum. Starke Winde wehten die feinen Partikel der End- und Grundmoräne südwärts in Richtung eisfreien Raum. Die durch die Eisschmelze freigelegten, mitgeführten nordischen Findlinge und Gesteinsbrocken wurden in der Weichseleiszeit zu sogenannten Windkantern geschliffen, welche auch heute noch in dem Gebiet zu finden sind. Die äolischen Lößsedimente wurden in der Region abgelagert, deswegen finden sich südlich des Collmmassives fruchtbare Lössböden, welche sich durch gute Wasserhaltekraft und hohe Fruchtbarkeit auszeichnen. Für die Menschen der Region hatte der bewaldete Collmberg immer etwas Anziehendes an sich. Über Jahrhunderte hinweg war er ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel, nicht zuletzt durch die bis 1945 auf dem Berg vorhandene Gaststätte, in welcher viele Besucher ihre Eindrücke und Begeisterung in einem Fremdenbuch kundtaten. Seine beeindruckenden Erscheinung, begründet durch seine besondere Geologie, macht den Collmberg zu einem markanten Merkmal und damit auch touristisch wertvoll in der Region um Oschatz, Mutzschen, Wermsdorf und Dahlen.

FrüherDorfBis 2004Alte AnsichtskarteAlte KarteHoher Weg Richtung Collm

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