Alte Post WermsdorfViele Sammler befassen sich heute mit der Postgeschichte eines Ortes, Kreises oder Landes. 
Text und Abbilldungen: C. E. Wappler
Viele Sammler befassen sich heute mit der Postgeschichte eines Ortes, Kreises oder Landes. Dabei sieht man nicht nur auf Briefmarken, sondern vielmehr auf sonstige postalische Stücke und Dokumente und befasst sich auch mit dem Inhalt derselben. 1724 eröffnete in Wermsdorf eine neue Poststation, gegenüber vom Alten Jagdschloss. (um 1816 etablierte sich nach Schließung die Oberforstmeisterei) . Schon damals war es üblich, die Postgebäude durch ein Hoheitszeichen von weitem erkennbar zu machen. Reichverzierte Wappen aus Holz, Stein oder Metall wiesen Briefen den Weg in die weite Welt. Der regelmäßige Postbetrieb erforderte schon im 16.Jahrhundert einige größere Räume. Da konnte der Postmeister Sendungen annehmen, da mussten die Pferde gewechselt und versorgt werden, die Boten eine Unterkunft finden, sichere Aufbewahrung möglich sein.
Das erste Posthaus Deutschlands errichtete die Familie zu Thurn & Taxis in Augsburg um 1530. Mit acht Kilometern in der Stunde waren einst „Einzelboten“ über Land geritten, die Post ihrer hohen Herrn in der Satteltasche. Natürlich waren da die ersten Postwagen langsamer, allerdings konnten in der Postkutsche nun auch Pakete, Gepäck, Geldsendungen und Personen befördert werden.
1866 Postillione, Briefträger, Sachsen 1839 Sachsen,Postsekretär,Postmeister,
Landpostbote, Postkutsche der Deutschen Reichspost nach 1871 Deutsche Reichspost Postkutsche nach 1871 Postkutsche in alter Zeit 
Der hier abgebildete alte Brief der nach Wurzen adressiert ist, hat dennoch eine Besonderheit. Mit dem Federkiel geschrieben wurde dieser Faltbrief aus Büttenpapier am 11.08.1827 im Auftrag des Musikus Heinrich Börner zu Hubertusburg. Der gut erkennbare Kastenstempel – WERMSDORF – ist praktisch der erste offiziell bekannte Ortstempel von Wermsdorf. Dieser Stempelabschlag ist laut Fachliteratur erst seit 1828 bekannt. Ab 1.4.1835 wurde ein Poststempel mit Tagesangabe und Aufgabeort vom Postamt Wermsdorf benutzt.
Dieser alte Brief nach Wurzen zählt zu den sogenannten Vorphilatelistischen Belegen. Die erste Briefmarke der Welt wurde erst 1840 verklebt. Der Vermerk „frey“ auf dem Brief besagt, dass der Absender das Porto bereits bezahlt hatte. Verschlossen wurden die Briefe mit einem geprägten Siegel aus Lack oder Papier. Man beförderte sie nun von Boten, zu Pferde oder per Postkutschen.
Je größer eine Stadt damals war, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass davon noch frühe Briefe erhalten sind. Kleinere Ortschaften hatten weit weniger Postverkehr. Und das Schreiben war bis ins 19.Jahrhundert Privileg des Adels, der Verwaltung und der Kirche. Nur wenige Bürger, meist Kaufleute, konnten da mithalten.
Claus Wappler 2010
Postkarte 1936 Luftaufnahme Hubertusburg, aero Luftbild, Seibod Postkarte nach Pilsen 18.12.02 Verlag Seibod, Wermsdorf Telegramm 1881 von Ida Müller, Holz- und Getreidewarenhändler Wermsdorf Fundstück Vorphilatelistischer Brief von Wermsdorf aus dem Jahr 1827 Wermsdorfer Postschein 1853 
Brief von 1858 Ortsstempel, Doppelkreisstempel Wermsdorf Postbriefkasten 1908 Wermsdorf Toreinfahrt Forstamt Torpfeiler angebracht
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