Lange Jahre gab es in Wermsdorf eine Reit-und Fahrschule.



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Reit-und Fahrschule Wermsdorf

Lange Jahre gab es in Wermsdorf eine Reit-und Fahrschule.


Reitausbildung in der Reit - und Fahrschule Wermsdorf

Im Nov.1943

Es war für mich ein Glücksfall als ein Aufenthalt bei der Reit - und FahrschuleWermsdorf für 4 Wochen, genehmigt wurde.
Über das Schreiben, ich sollte mich Anfang November 1943 dort einfinden, freute ichmich riesig. Ich war 15 und ein Pferdeverrückter.Schon mit 12 nahm ich Reitstunden und hatte, als ich nach Wermsdorf kam, auch schon den Reiterschein.
Beim Vorreiten - am ersten Tag - viel ich dadurch auf und der Reitlehrer sagte, ich soll das Pferd wechseln und mich auf das Tetenpferd setzen, also die Spitze übernehmen. Dies fand auf der Außenanlage statt, obwohl es schon frisch war, denn ich erinnere mich, auf den Pfützen befanden sich schon dünne Eisschichten. Das Tetenpferd war das Größte in der Gruppe - ich war der Kleinste - es war gut ausgebildet und reagierte auf jede Hilfe. Vorher war es das Pferd vom Chef.
Zu dieser Zeit war Wermsdorf mit 120 Pferden, die größte Reit - und Fahrschule in Deutschland.Die meisten Pferde waren in einem langen, barackenartigen Gebäude, untergebracht.
Das Gebäude befand sich unterhalb von diesem Außenreitplatz.
Ich behielt dieses Pferd über die ganzen 4 Wochen und es stand mit weiteren ca. 15 Pferden im Hauptgebäude.
2 Pferde in diesem Stall waren etwas verrückt. Wenn es Futter gab musste einer zuerst sein Futter bekommen, sonst hat er gegen die Holzwand geschlagen.Der andere stand neben meinem Pferd, durch Trennbalken waren die Boxen abgeteilt,
wollte ich mein Pferd auf dieser Seite putzen, versuchte er über den Balken zu springen oder er hat mich gebissen. Der Reitlehrer hat ihm dafür, mit dem Besenstiel auf die Nase (Nasenbein) geschlagen, das fand ich brutal und es tat mir sehr leid.
Einmal soll dieses Pferd in der Halle seinen Reiter abgeworfen und danach alles kaputt geschlagen haben.

Da ich, offenbar, als guter Reiter auffiel, bekam ich, als einziger, am Nachmittag von meinem Reitlehrer, die übrigens alle Soldaten waren, extra Reitunterricht in Dressur. Ich musste alle bekannten Figuren reiten. Es machte Spaß und es gelang fast fehlerfrei.
Ob übrigens mehrere Frauen als Reitlehrer tätig waren, weiß ich heute nicht mehr. Ich erinnere mich nur noch an Frau Roch, die übrigens manchmal bei diesen Dressurübungen dabei war. Erwähnen möchte ich, dass es keinen militärischen Drill gab, es drehte sich alles, in erster Linie, um das Pferd und das Reiten.In meiner Freizeit blieb ich nicht, wie die meisten anderen Kameraden, auf dem Zimmer, sondern mich interessierte die Gegend, ich lief durch die Strassen von Wermsdorf oder die Strasse vom Jagdschloss hoch. Dort stand ich plötzlich vor dem großen Schlossgebäude „Hubertusburg“, ich war damals überrascht und beeindruckt als das große, schöne Gebäude vor mir auftauchte. Innerhalb dieser Ausbildung konnte ich den Reiterschein und die Hilfsreit - und Fahrlehrerprüfung abschließen.

Warum ich nach Wermsdorf kam:
Mir unterstand als Leiter die Reiter-HJ, Chemnitz-Land. Diese Einheit bestand aus nur 30 Personen.
Mit 15 musste man in ein Wehrertüchtigungslager zu einer militärischen Ausbildung. Ich wusste, dass als Ersatz für Reiter der Besuch einer Reit - und Fahrschule möglich war. Ich bat einen höheren Vorgesetzten der Reiterstaffel, gleichzeitig war er Firmenbesitzer und hatte großen Einfluss, ob er mich vorschlagen könnte. Und dies lief also für mich positiv aus.
(Vielleicht ist dieser Abschnitt – oben – interessant, weil er typisch ist für diese Zeit. Aber man könnte
diesen Abschnitt auch weglassen. Ich denke, das können Sie besser beurteilen, als jüngerer Mensch
und Angehöriger einer anderen Generation.)
In der Zeit meines Aufenthaltes in der Reit – und Fahrschule Wermsdorf, lernte ich den Pferdepfleger, der für die Chefpferde zuständig war, kennen. Man suchte damals einen weiteren Pferdepfleger und er fragte mich, ob ich nicht da bleiben könnte.
Da ich in einer Berufsausbildung stand, war dies allerdings nicht möglich.
Wir hatten uns angefreundet, aber leider habe ich seinen Namen vergessen,
denn gerne hätte ich ihm heute einige Fragen gestellt und gewusst, was aus ihm geworden ist.

U. zw. aus folgenden Gründen: Ein gutes Jahr später trafen wir uns nämlich
in Balatonfüred am Plattensee, Ungarn, wieder. Er war in der selben Schwadron.
Die Schwadron war einmalig und auffällig, weil alle Pferde Berberhengste und Schimmel waren.
Das war im Februar 1945. Wir übernahmen dort diese Pferde und ritten noch am selben Tag ca 20 km weiter. In einem Dorf wurden wir auf verschiedene Bauernhöfe aufgeteilt.Ein paar Tage später musste ich mit ihm eine Meldung zum Stab bringen. Der Stab war noch in Balatonfüred. Also ritten wir wieder dorthin zurück.Er musste dort bleiben, weshalb das so entschieden wurde, konnte ich mir nicht erklären. Auch kam es mir komisch vor, dass ich allein wieder zurück reiten musste.
Inzwischen war es dunkel geworden. Am Ortsausgang traf ich auf einem höheren Offizier, ich machte die übliche Meldung. - Eine besondere Geschichte, aber hier nicht erwähnenswert. - Irgendwann kamen wir an eine Kreuzung. Obwohl ich mich immer sehr gut orientieren konnte, wusste ich jetzt nicht, war der richtige Weg nach links oder rechts. Wie schlau diese Hengste waren, erfuhr ich jetzt. Ich ließ die Zügel locker und gab keinerlei Hilfen, mein Pferd trottete langsam los und schwenkte nach links, ich spürte genau mit welcher Sicherheit er den Weg fortsetzte. Je näher wir dem Dorf und dann dem Stall kamen, je schneller fing er an zu laufen und so erreichten wir wieder genau unseren Bauernhof.Am übernächsten Tag wurde ich in eine andere Schwadron verlegt, die Stallung befand sich am Ortsausgang, oberhalb von Balatonfüred.
Hier blieben wir eine Woche und dann folgte der Rückzug Richtung Österreich.Von meinem Wermsdorfer Kameraden sah und hörte ich leider nichts mehr.Bevor wir an den Plattensee verlegt wurden, war unsere Einheit zur militärischen - und Reitausbildung in Bamberg, in der Kavallerie-Kaserne „Generalfeldmarschall August von Mackensen“. Ausgebildet wurden dort Offiziersanwärter und Reiterscheinbezitzer.

Der Grund, dass ich von der Zeit nach Wermsdorf, noch etwas weiter berichte, ist der:
Vielleicht findet sich dadurch der gesuchte Pferdepfleger, oder es liest jemand, der ihn kennt.Außerdem ist es naheliegend, dass Reiter von Wermsdorf, später auch in der Bamberg - Kaserne und in Ungarn dabei waren.
Und es wäre dann interessant, wenn sich davon noch jemand melden würde.Aber es bleibt natürlich Ihnen überlassen, was Sie, wenn überhaupt, übernehmen möchten.Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass man alles, was ich kleiner geschrieben habe,
weglassen kann.Schade, dass sich die Schwiegertochter von Frau Stahl nicht wieder gemeldet hat, denn Frau Stahl, damals also Frau Roch, kennt diesen Pferdepfleger, da zu dieser Zeit nur der eine für die Chefpferde zuständig war. Denn dann wäre wenigstens mal der Name bekannt.


Gerald Schiller

1942
Gerald Schiller
1942
1943
In Wermsdorf
1943
1944

Aufruf

Wer kann helfen?

1936
Ansichtskarte
1936
Aus Moritzburg
Leihgabe
Aus Moritzburg

Sächsische Reit- und Fahrschule Wermsdorf

Die Sächsische Reit- und Fahrschule e.V. Jagdschloss Wermsdorf/ Bezirk Leipzig, bestimmte ab Sommer 1934 unübersehbar das Ortsleben der Gemeinde. Am 1.Januar 1922 in Leisnig (Sachsen) gegründet, wurde sie am 15.Juli 1934 in das Alte Jagdschloss nach Wermsdorf verlegt. Das war ein weiser Entschluss. Die hellen und freundlichen Stallungen, die neu eingeweihte Reithalle (1934) , der angelegte Reit-, Fahr- und Springplatz ,die herrliche Reit- und Galoppierbahn im Schlosspark sowie die ideale Unterbringung von Schülern, Schülerinnen und Feriengästen war wie geschaffen für den Betrieb einer Reit- und Fahrschule. Zur Ausbildung stand ein Stamm von 60 guten Reitpferden und 5 staatlich geprüften Reit- und Fahrlehrern zur Verfügung. Das Mindestalter der Kursteilnehmer musste 17 Jahre betragen.

Elsa Eichhorn
Personal
Elsa Eichhorn
Kurt Günthel
Fahrlehrer
Kurt Günthel
Fahrausbildung
Schulstraße
Fahrausbildung
Pause
Schlosslinde
Pause
Putzen des Zaumzeugs
Vor dem Pferdestall
Putzen des Zaumzeugs
Otto Roch
Reitlehrer
Otto Roch

Ziele der Ausbildung

Ziele der Ausbildung waren u.a.
1. Erwerb des Reiterscheines
2. Erwerb des Deutschen Reiter und Fahrerabzeichens
3. Ablegen der Hilfsreit und Hilfsfahrlehrerprüfung für die vormilitärische Reit- und Fahrausbildung
4. Ablegen der staatlichen Hilfsreit- und Hilfsfahrlehrerprüfung

1945 war das Ende der Reit- und Fahrschule absehbar. Der Verein wurde gelöscht und das Vermögen einschließlich Inventar konfisziert. 1953 gingen die Stallanlagen, Reitplatz sowie Halle an die Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Diese Gesellschaft betrieb in vormilitärischer Manier die Anlagen bis Ende 1960. Ab 1960 übernahm der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) diesen Reitstützpunkt als Trainingsort. Zahlreiche Auszeichnungen und Medaillen wurden von hier aus vorbereitet, und bei verschiedenen Veranstaltungen in der DDR erkämpft.

Im Hof des Jagdschlosses
Pferdeputzen
Im Hof des Jagdschlosses
1941
Zwei Reitlehrer
1941
Pflegen
Zaumzeug
Pflegen
An der Schlossstraße
Auf dem Reitplatz
An der Schlossstraße
Zum Schlosshof
Einritt
Zum Schlosshof
Am Schlosspark
Bei Sprungübungen
Am Schlosspark

Nach 1945

Die Wermsdorfer Reitlehrerin Charlotte Müller und ihre Tochter Ulla Müller erwarben sich große Verdienste um den Wermsdorfer Reitsport. 1995 gründete sich der Reit- und Fahrverein Wermsdorf im Alten Jagdschloss.
Er führt die Tradition der alten Reit- und Fahrschule fort. Jedes Jahr gibt es eine Schleppjagd für Jung und Alt durch den Wermsdorfer Forst. Seit geraumer Zeit wird im Alten Jagdschloss, Wellness-Reiten angeboten. Die Kurse zeichnen sich für Entspannung – Stressabbau und zur Stärkung des Selbstbewusstseins aus. Verantwortlich ist die Landesbeauftragte (Sachsen) des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, Frau Ute Ohms aus Mutzschen.

Text und Fotos Claus Wappler 2009

Am Pferdestall
Dienstbeginn
Am Pferdestall
Auf dem Reitplatz
Reitübungen
Auf dem Reitplatz
Zaumzeug
Reparatur
Zaumzeug
Nach dem Dienst
Pause
Nach dem Dienst
Ponys
Beim Anspannen
Ponys
Auf der Stube mit seinen Kameraden
Willi Cordann
Auf der Stube mit seinen Kameraden

Bildergalerie

Reit- und Fahrschule
General Adam
Reit- und Fahrschule
vor der Reithalle Wermsdorf
Frau Roch
vor der Reithalle Wermsdorf
2009
Reitstall
2009
Ansichtskarte
Reit- und Fahrschule
Ansichtskarte
mit Reithalle
Reitpark
mit Reithalle
1941
Reitschüler
1941
Wermsdorf




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